Archivierter Artikel vom 03.08.2016, 13:56 Uhr
New York

US-Klimabehörde: Rekordwetter 2015 hat gravierende Folgen

Die Rekordtemperaturen des vergangenen Jahres haben nach Angaben der US-Klimabehörde NOAA an vielen Orten der Welt zu gravierenden Folgen geführt. Dazu zählen unter anderem Dürren, schrumpfende Gletscher, Fischwanderungen und Zyklone.

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Dürre in Myanmar
Dürre in Myanmar: El Niño hat das sonst wasserreiche Land austrocknen lassen.
Foto: Hein Htet/Archiv – dpa

Die Durchschnittstemperatur über Landflächen habe den Rekord von 2014 um mehr als 0,1 Grad Celsius übertroffen, teilte die NOAA (Ortszeit) mit. Dazu habe auch das Klimaphänomen El Niño beigetragen, das aufgrund von veränderten Luft- und Meeresströmungen weltweit Wetterbedingungen verändert.

Hitze
Ein Thermometer zeigt knapp 40 Grad an. 2015 wurden einige Male Rekordtemperaturen erreicht. Die Durchschnittstemperatur über Landflächen hat den Rekord von 2014 übertroffen. Das hat gravierende Folge
Foto: dpa

Das vergangene Jahr hatte auch die bislang höchste gemessene Konzentration von Treibhausgasen in der Luft. So überschritt laut NOAA die Durchschnittskonzentration von Kohlendioxid an der renommierten Messwarte am Mauna Loa auf Hawaii erstmals 400 ppm (Teile pro Million Teile) und erreichte 400,8 ppm. Auch die Durchschnittstemperatur der Meere war 2015 so hoch wie nie zuvor seit Messbeginn.

Wüste im Norden Chinas
Die Wüste im Norden Chinas dehnt sich aus.
Foto: Bing Han/Archiv – dpa

«Der jährliche „ärztliche Check-Up“ der Erde zeigt uns, dass das Klima von 2015 geprägt war vom langfristigen Klimawandel und El Niño», sagte Thomas Karl von der NOAA (National Oceanic and Atmospheric Administration). Zu den Symptomen zählt die NOAA eine riesige schädliche Algenblüte im nordöstlichen Pazifik mit deutlichen Auswirkungen auf die anderen Meereslebewesen und die davon abhängenden Menschen. Die Berggletscher seien 2015 nach vorläufigen Daten im 36. Jahr in Folge weiter geschrumpft und mit insgesamt 101 tropischen Zyklonen gab es deutlich mehr als im Durchschnitt, der zwischen 1981 und 2010 bei 82 lag.

Abholzung im Regenwald
Abholzung im Regenwald.
Foto: Werner Rudhart/Archiv – dpa

Auch die Tiere der Arktis seien von den Entwicklungen beeinflusst worden, heißt es in dem Bericht. So zögen sich Walrossherden beispielsweise auf das Land zurück, anstelle auf Eis über dem Meer zu bleiben. In der Barentssee nördlich von Norwegen zögen die steigenden Temperaturen Warmwasserfische an und vertrieben andere einheimische Arten. Für den jährlichen Bericht, der bereits zum 26. Mal veröffentlicht wurde, werteten mehr als 450 Wissenschaftler aus rund 60 Ländern Daten aus.

Smog in China
Smog in Peking/China.
Foto: Rolex Dela Pena – dpa

In Deutschland war 2015 nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes das zweitwärmste je gemessene Jahr – zusammen mit den Jahren 2000 und 2007. Das wärmste Jahr war 2014. Es sei im vergangenen Jahr außer im äußersten Norden ungewöhnlich trocken gewesen. Zudem registrierten die Meteorologen mit 40,3 Grad im fränkischen Kitzingen die höchste Lufttemperatur in Deutschland seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen 1881.

Dürre und Hunger in Kenia
Dürre und Hunger in Kenia: Experten sehen auch im Klimawandel Gründe für die Flüchtlingsströme.
Foto: Stephen Morrison/Archiv – dpa

Bericht der NOAA

Verkehr in Peking
Verkehr in Peking: Die Massenmotorisierung schnürt Chinas Metropolen die Luft ab.
Foto: Adrian Bradshaw/Archiv – dpa

Ausführliche Grafiken und Karten der NOAA zum Download