Archivierter Artikel vom 20.07.2017, 06:46 Uhr

Frau von Baum erschlagen

Unwetter richtet schwere Schäden an

Heftige Gewitter ziehen in Deutschland von West nach Ost, überfluten Straßen, entwurzeln Bäume und setzen Häuser in Brand. Eine Frau kommt in Dortmund ums Leben. Im Süden und Südosten muss an diesem Freitag erneut mit Unwettern gerechnet werden.

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Todesopfer in Dortmund
Ein Baum ist in Dortmund (Nordrhein-Westfalen) durch ein heftiges Unwetter auf eine Frau gestürzt.
Foto: René Werner – dpa

Köln/Offenbach (dpa) – Bei Unwettern in Deutschland ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen. Heftige Gewitter mit Starkregen, Sturmböen, Hagel und Blitzeinschlägen richteten am Mittwoch schwere Schäden an.

Gewitter in Nordbayern
Blitze sind in der Nacht zum 20.07.2017 über dem unterfränkischen Haßfurt zu sehen.
Foto: Rene Ruprecht – dpa

Feuerwehr und Rettungsdienste waren bis in die frühen Morgenstunden am Donnerstag im Einsatz. Nordrhein-Westfalen war am stärksten betroffen, doch auch in Nord- und Süddeutschland hielten die Unwetter die Einsätzkrafte in Atem.

Gewitter in Köln
Ein Auto fährt auf einer überfluteten Straße in Köln.
Foto: Federico Gambarini – dpa

Gewitter mit kräftigen Schauern und regionale Unwetter sind nach der Vorhersage des Deutschen Wetterdienstes auch in den nächsten Tagen möglich. Im Süden und Südosten können sich schon am Freitagvormittag kräftige Schauer und Gewitter entwickeln.

Radfahrer verletzt
Bei einem heftigen Gewitter stürzte der Baum um und begrub einen Radfahrer unter sich. Der Mann wurde verletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Foto: Theo Titz – dpa

Eine 51-Jährige aus Dortmund war mit Nachbarn in ihrem Garten, als am Mittwoch ein Baum auf die Frau stürzte. Obwohl Angehörige sie unter dem Baum hervorzogen, wurde die Frau so schwer verletzt, dass sie wenige Stunden später in einer Klinik starb. In Mönchengladbach wurde ein Radfahrer von einem Baum getroffen und verletzt.

In Bielefeld
Feuerwehrleute räumen in Bielefeld eine Straße frei, auf die Teile eines Baumes gefallen waren.
Foto: Friso Gentsch – dpa

Allein in Nordrhein-Westfalen mussten die Feuerwehren zu rund 2400 Einsätzen ausrücken, darunter etwa 900 in Köln, wo das Unwetter besonders heftig tobte. In Hessen, Niedersachsen, Hamburg, Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg war die Feuerwehr ebenfalls zeitweilig im Dauereinsatz. Wassermassen überfluteten Straßen und Keller und drückten Gulli-Deckel hoch. Bäume wurden entwurzelt oder knickten um, Blitzeinschläge verursachten Brände. Im Bahn- und Flugverkehr kam es zu Ausfällen und Verspätungen. In Baden-Württemberg wurde ein Konzert der schottischen Sängerin Amy McDonald mit rund 3200 Besuchern wegen eines starken Gewitters abgebrochen.

Starkregen in Hannover
Ein Fahrradfahrer und Autos fahren bei einem Unwetter mit Starkregen auf einer Straße in Hannover.
Foto: Silas Stein – dpa

In einer vollgelaufenen Kölner U-Bahn-Station können voraussichtlich noch mehrere Tage lang keine Bahnen halten. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes fielen innerhalb von 24 Stunden bis zu 110 Liter Regen pro Quadratmeter – das sei weit mehr als die durchschnittliche Regenmenge im ganzen Monat Juli.

Unwetterfront
Eine Unwetterfront mit Blitzen, Starkregen und Sturmböen zieht über Windräder bei Sehnde in der Region Hannover hinweg.
Foto: Julian Stratenschulte – dpa

Im Hauptbahnhof der Domstadt lief Wasser in Teile der Bahnhofshalle. In drei Stadtteilen fiel vorübergehend der Strom aus. Auf den Straßen blieben zahlreiche Autos liegen. In einer Tiefgarage stand das Wasser 1,50 Meter hoch. Am Flughafen Köln/Bonn wurde der Flugbetrieb für 90 Minuten unterbrochen. Auf der Bahnstrecke von Bonn nach Koblenz stürzte ein Baum auf die Oberleitung. Zugausfälle und Verspätungen waren die Folge.

Überflutete Straße
Ein Motorrollerfahrer bei einem schweren Unwetter mit Starkregen über eine überflutete Straße in der Region Hannover.
Foto: Julian Stratenschulte – dpa

In Niedersachsen verursachten Blitzeinschläge in der Nacht mehrere Brände. Bei Göttingen zerstörte ein Feuer eine Scheune mit landwirtschaftlichen Maschinen. In Bersenbrück bei Osnabrück ging der Dachstuhl eines Bauernhofs in Flammen auf. Auch bei Gifhorn und Oldenburg brannte es nach Blitzen. In Hamburg zerstörte ein Feuer das Dachgeschoss eines Einfamilienhauses, nachdem das Gebäude von einem Blitz getroffen wurde.

Starkregen
Regen in Hamburg: Der Deutsche Wetterdienst hatte zuvor eine amtliche Unwetterwarnung vor schwerem Gewitter mit heftigem Starkregen und Hagel veröffentlicht.
Foto: Christophe Gateau – dpa

Auf der Autobahn 45 bei Gießen in Hessen stand das Wasser nach Polizeiangaben bis zu zehn Zentimeter hoch. Einen Blitzeinschlag beschädigte ein Wohnhaus im nordhessischen Volkmarsen erheblich. Die Bewohner, eine vierköpfige Familie, blieben unverletzt.

In Baden-Württemberg kam es unter anderem durch Aquaplaning zu mehreren kleineren Autounfällen. Abgebrochene Äste beschädigten im Raum Wertheim mehrere Fahrzeuge.

Deutscher Wetterdienst

Mitteilung zu Unglück in Dortmund