Archivierter Artikel vom 30.03.2015, 06:58 Uhr
Berlin

Sturmserie fegt in Karwoche über Deutschland

Windige Woche vor Ostern: Mit Tief «Niklas» und orkanartigen Böen soll die aktuelle Sturmserie über Deutschland an diesem Dienstag ihren Höhepunkt erreichen.

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Verwüstungen
In Niedersachsen hat Sturmtief «Mike» besonders gewütet. Hier ein beschädigtes Auto in Bakum.
Foto: Nord-West-Media TV – dpa

Zum Auftakt der Karwoche sorgte Tief «Mike» am Montagfrüh für eine Sturmnacht und stundenlange Störungen auf einigen Hauptstrecken der Bahn wegen umgestürzter Bäume und beschädigter Oberleitungen. Betroffen waren etwa die ICE- und IC-Verbindungen Hamburg-Hannover und Berlin-Wolfsburg. In der Nacht hatten Reisende wegen Umleitungen zum Teil bis zu 100 Minuten Verspätung hinnehmen müssen. Der Sylt-Shuttle-Verkehr war am Montag bis in den Abend eingeschränkt.

Hauptbahnhof Bremen
Ein wegen Sturmschäden über Bremen umgeleiteter Zug nach Westerland.
Foto: Carmen Jaspersen – dpa

Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen – in Köln und im Kreis Steinfurt – verletzten am Sonntagabend umkippende Bäume mehrere Autofahrer. In fast allen Bundesländern hatten Einsatzkräfte reichlich zu tun. In der Region Hannover rückte die Polizei innerhalb von vier Stunden Dutzende Male aus. Bei der Beseitigung eines Baums, der auf eine Oberleitung der Stadtbahn in Hannover gefallen war, wurde ein 57 Jahre alter Feuerwehrmann schwer verletzt.

Sturmschäden
Ein von einer Sturmböe umgeworfener Lkw auf der A14 bei Magdeburg.
Foto: Matthias Strauß – dpa

Auch in anderen Teilen Deutschlands machte der Sturm den Menschen zu schaffen, etwa in Sachsen-Anhalt, Berlin und Thüringen, aber auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und Bayern rückten die Feuerwehren vielfach aus, um umgestürzte Bäume zu beseitigen. Im oberfränkischen Coburg beschädigte ein Baum sieben Fahrzeuge auf einem Parkplatz. Im Landkreis Kulmbach fiel in Dörfern zeitweise Strom aus. Im sächsischen Oederan stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus.

Sturmtief Mike
Feuerwehrmänner befreien in Rheine einen Pkw von einem umgekippten Baum.
Foto: Nord-West-Media TV – dpa

Die Karwoche bleibt kalt und stürmisch. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch wird an der niedersächsischen Nordseeküste von Norderney bis Bremerhaven eine leichte Sturmflut erwartet. Im Bergland droht in den Nächten auch Glätte. Polarluft lässt die Temperaturen fast überall nur noch auf einstellige Werte sinken. Bis zum Osterwochenende sind Schnee- und Graupelschauer bis ins Flachland möglich. In einigen Regionen Deutschlands wie etwa Schleswig-Holstein verzögert sich deshalb auch die heimische Spargel-Ernte.

Sturm in Berlin
Eine umgestürzte Weide hat in Berlin-Tempelhof einen Wohnwagen unter sich begraben.
Foto: Bernd von Jutrczenka – dpa

Dem Schwarzwald droht bis Mittwoch Dauerregen, weshalb auch wegen schmelzenden Schnees Flüsse über die Ufer treten könnten. In Bayern fällt die Schneefallgrenze am Mittwoch wohl bereits unter 1000 Meter.

Sturmtief
Apokalyptischer Himmel während des Sturmtiefs «Mike» über den Feldern bei Sehnde in Niedersachsen.
Foto: Julian Stratenschulte – dpa

Bahnkunden müssen um Ostern nicht nur wegen möglicher Wetterprobleme mit längeren Fahrzeiten rechnen: Auch mehr als 250 Baustellen sind von Karfreitag bis Montag im DB-Streckennetz geplant. Die Hauptreisezeiten am Gründonnerstag und Ostermontag sollen aber von den Bauarbeiten ausgenommen bleiben.

Ostermontag sollen die Temperaturen laut DWD auch wieder verbreitet zweistellig sein.

Deutscher Wetterdienst