Unabhängigkeit für Schottland

Sturgeon: London wird Schotten-Referendum nicht verhindern

2014 war ein Referendum über die Unabhängigkeit Schottlands knapp gescheitert. Doch mittlerweile ist Großbritannien nicht mehr Mitglied der EU – und in Edinburgh bereitet man sich auf einen neuen Anlauf vor.

Fahnen
Die Flaggen von Schottland und der EU.
Foto: Jane Barlow/PA Wire/dpa

Edinburgh (dpa). Die schottische Regierungschefin Nicola Sturgeon ist überzeugt, dass London ein Unabhängigkeitsreferendum in Schottland nach einem Wahlsieg ihrer Partei nicht verhindern wird.

„Wenn die Menschen in Schottland eine Partei wählen, die sagt „Wenn die Zeit dafür gekommen ist, sollte es ein Unabhängigkeitsreferendum geben“, kann man dem nicht im Wege stehen“, sagte Sturgeon dem „Guardian“. „Und ich denke auch nicht, dass das passieren wird.“

Die Zeitung beruft sich in ihrem Bericht auf ungenannte britische Regierungsquellen, die bereits eingestanden haben sollen, dass es nach einem klaren Wahlergebnis quasi unausweichlich wäre, der Forderung nach einem Referendum nachzugeben.

Die Schotten wählen am 6. Mai ein neues regionales Parlament. Sturgeon gilt mit ihrer Schottischen Nationalpartei (SNP) als klare Favoritin. Im Fall einer absoluten Mehrheit will die Partei ein neues Unabhängigkeitsreferendum durchsetzten – Premierminister Boris Johnson müsste dies jedoch erlauben. Je klarer das schottische Wahlergebnis ausfallen wird, desto größer wird der Druck auf London.

Eine Abstimmung im Jahr 2014 fiel knapp gegen die Abnabelung Schottlands vom Vereinigten Königreich aus. Das war allerdings vor dem Brexit-Referendum 2016. Da eine klare Mehrheit der Schotten gegen den Brexit gestimmt hatte, bekam die Unabhängigkeitsbewegung danach deutlichen weiteren Zuspruch. Derzeit führt die Schottische Nationalpartei die Umfragen an.

© dpa-infocom, dpa:210412-99-170959/2

Bericht im “Guardian"