Archivierter Artikel vom 03.07.2017, 13:40 Uhr

Wende im Hagener Verfahren

Raserprozess: Staatsanwalt glaubt nicht mehr an Autorennen

Erst am vermutlich letzten Verhandlungstag im Raserprozess vor dem Landgericht Hagen tritt die Staatsanwaltschaft auf die Bremse. Der Vorwurf eines illegalen Autorennens wird fallen gelassen. Dennoch wird eine lange Haftstrafe gefordert.

Zerstörte Fahrzeuge
In Hagen beginnt der Prozess gegen zwei mutmaßliche Raser, die bei einem Unfall vier Menschen zum Teil schwer verletzt haben sollen.
Foto: Alex Talash – dpa

Hagen (dpa). Im Prozess gegen zwei mutmaßliche Raser aus Hagen geht die Staatsanwaltschaft nicht mehr von einem verabredeten illegalen Autorennen aus.

Am voraussichtlich letzten Verhandlungstag vor dem Landgericht Hagen beantragte der Anklagevertreter zwei Jahre und drei Monate Haft für den 34-jährigen Angeklagten sowie neun Monate Haft auf Bewährung für den 46 Jahre alten Angeklagten.

Beide Männer seien wegen fahrlässiger Körperverletzung, der jüngere zusätzlich wegen Unfallflucht und Straßenverkehrsgefährdung zu bestrafen. Die Beweisaufnahme habe aber keine Anhaltspunkte ergeben, dass sie sich zu einem Rennen verabredet hätten.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft waren die Autofahrer im Mai 2016 mit deutlich zu hohem Tempo unterwegs, als es zu einem Unfall mit insgesamt fünf Verletzten kam. Das Urteil soll noch heute gesprochen werden.