Archivierter Artikel vom 01.02.2021, 16:34 Uhr

Evakuierung nach «Baupfusch»

Nach Wassereinbruch: Bewohner dürfen wohl bald nach Hause

Eine Baugrube in Berlin läuft mit Wasser voll. Bewohner in der Nähe sind nicht mehr in Sicherheit. Sie müssen ihre Häuser verlassen. Wie geht es weiter?

Baugrube voller Wasser
Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) stehen an der mit Wasser gefüllten Baugrube in Berlin-Köpenick.
Foto: Paul Zinken/dpa

Berlin (dpa). Nach der Evakuierung von 18 Häusern in Berlin-Köpenick gibt es für betroffene Bewohner die Aussicht, dass sie am Dienstag wieder in ihre Wohnungen zurückkehren dürfen.

„Mit allergrößtem Einsatz“ sei es dem Bezirksamt Treptow-Köpenick gemeinsam mit Stromnetz Berlin gelungen, die Stromversorgung in der Pohlestraße in fast allen Gebäuden wiederherzustellen, teilte das Bezirksamt mit. Die Anwohner könnten voraussichtlich am Dienstag ab 9 Uhr in ihre Häuser zurückkehren. Rund 330 Bewohner kamen bei Bekannten, Freunden sowie in zwei Hotels unter, wie das Bezirksamt Treptow-Köpenick mitteilte.

Das Bezirksamt gehe bei der am Sonntag vollgelaufenen Grube von Baupfusch aus, sagte eine Sprecherin. „Der Grund war die unsachgemäße Ausführung einer Baustelle.“ Das an der Grube angrenzende Haus drohte laut Polizei abzusacken und eine Giebelwand abzubrechen. Demnach konnten Anwohner wegen der Risse ihre Fenster nicht mehr öffnen. Das Bezirksamt schätzte ein, das Haus sei einsturzgefährdet. Die Bewohner mussten raus. Gas, Wasser, Strom und Wärme wurden laut Polizei und Bezirksamt auch in 17 weiteren Häusern abgestellt. Diese Bewohner konnten dort ebenfalls nicht länger bleiben.

Auch bei einem zweiten Haus sei eine Gefährdung festgestellt worden, so das Bezirksamt. Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) sagte in einem Video der „Berliner Morgenpost“, beide Gebäude müssten jetzt stabilisiert werden. Erst wenn das gelinge, könne darüber geredet werden, „ob zu einem Zeitpunkt X die Versorgung wiederhergestellt werden kann“. Das Technische Hilfswerk hatte am Morgen mitgeteilt, dass die Absicherungsarbeiten schwierig seien. Kommunalpolitiker Igel verwies zudem auf die kälteste Nacht des Jahres, in der die Sicherung und Unterbringung der Menschen organisiert werden musste.

Laut Bezirksamt waren bis zum Morgen 150 Kräfte im Einsatz. Neben Feuerwehr, Polizei und Technischem Hilfswerk waren auch die Berliner Verkehrsbetriebe dabei, die beim Transport der betroffenen Menschen halfen.

Im Internet wird für einen „eleganten Neubau“ in der ruhigen Straße nahe der Köpenicker Altstadt geworben. Unter anderem wird eine 100-Quadratmeter-Wohnung für mehr als eine halbe Million Euro zum Kauf angeboten.

© dpa-infocom, dpa:210201-99-250179/6

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