Koblenz

Handball: Vulkan-Ladies bringen die Oberwerth-Halle zum Beben

Kraftakt: Prudence Kinlend (am Ball) war treffsicherste Spielerin der Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern. Sie erzielte beim 39:31-Heimsieg gegen den VfL Oldenburg elf Treffer und zeigte zudem eine starke Vorstellung in der Defensive. Foto: Andreas Walz
Kraftakt: Prudence Kinlend (am Ball) war treffsicherste Spielerin der Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern. Sie erzielte beim 39:31-Heimsieg gegen den VfL Oldenburg elf Treffer und zeigte zudem eine starke Vorstellung in der Defensive. Foto: Andreas Walz

In der Handball-Bundesliga haben die Vulkan-Ladies Koblenz/Weibern im dritten Heimspiel der Saison mit dem sensationellen 39:31 (21:12)-Erfolg gegen den VfL Oldenburg endgültig untermauert, dass es selbst für die etablierten Erstligarivalen in dieser Saison keine Spaziergänge in der Halle auf dem Oberwerth (Conlog-Arena) geben dürfte.

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Ein Sieg gegen eines der Topteams der Bundesliga war den Vulkan-Ladies in ihrer Bundesligageschichte bisher verwehrt geblieben. Seit gestern aber kann sich der gesamte Koblenz/Weiberner Kader mit diesem Erfolgserlebnis schmücken. Beeindruckend war vor allem die Art und Weise, wie die Mannschaft von Trainerin Ildikó Barna zum Sieg gegen den Anwärter auf einen der Europapokalplätze kam. Gästetrainer Lezek Krowicki sagte: „Koblenz/Weibern hat sicher gut gespielt, aber ich bin heute von meiner Mannschaft sehr enttäuscht. Die Abwehr und die Torhüter waren ein echter Ausfall. So dürfen wir uns nicht präsentieren.“

Gekonnte Nadelstiche

Aber auch in der Bundesliga gilt: Eine Mannschaft ist immer so gut, wie es der Gegner zulässt. Und die Vulkan-Ladies ließen wenig zu – insbesondere vor der Pause. Die Abwehr der Gastgeber agierte aggressiv und aufmerksam, im Angriff wurde zudem gewirbelt, was das Zeug hielt.

Dabei musste Trainerin Barna auf gleich zwei wichtige Spielerinnen verzichten, denn Matilda Atanasoska und Marina Kils mussten erwartungsgemäß passen. Doch selbst ohne den bewährten Innenblock standen die Gastgeberinnen sicher. Dazu bedurfte es noch nicht einmal einer so starken Torwartleistung, wie sie Branka Zec noch bei den Heimsiegen gegen Trier (30:20) und Bietigheim (25:22) gezeigt hatte. Denn die Vulkan-Ladies verstanden es immer wieder, die richtigen Nadelstiche zur gegebenen Zeit zu setzen. Beispielsweise durch die schnelle Mitte, eigentlich eine Oldenburger Waffe, die Koblenz/Weibern gegen den VfL richtete. Dreimal kam der Hallensprecher nicht mit, was den Spielstand anging, denn auf Oldenburgs Treffer folgte drei, vier Sekunden später das Tor durch Caroline Thomas. Immer mehr findet sich der Kader von Trainerin Barna. Das zeigt sich beispielsweise an Prudence Kinlend, die gleich elfmal traf und auch in der Abwehr zu einer festen Größe reift. Oder an Dóra Varga, von der im Rückraum die einfachen Tore ausgingen. Dazu kam, dass die Isländerin Hildur Thorgeirsdóttir trotz einer schmerzhaften Rippenprellung auflief, stark spielte und vier Tore erzielte. „Bei uns scheint es so zu sein, dass wir mit dem Rückhalt in eigener Halle anders auftreten als auswärts“, sagte Nadja Zimmermann. „Aber wir hatten nach der hohen Niederlage in Göppingen ja auch etwas gutzumachen.“ 839 Zuschauer brachten die Oberwerth-Halle zum Beben, als Koblenz/Weibern bis zur Pause auf neun Tore davonzog.

Barna: Bestes Bundesligaspiel

In Durchgang zwei verstanden es die Gastgeberinnen dann, den sichtlich aufgestachelten Gästen Paroli zu bieten. Mehr als einen Funken Hoffnung beim 29:34 aber erlaubten die Vulkan-Ladies dem VfL Oldenburg nicht mehr. „Wir haben wirklich klasse gespielt. Es hat sich gelohnt, den Samstag trainingsfrei zu geben. Nadja Zimmermann hat die Mannschaft toll geführt, ihre Mitspielerinnen haben die richtigen Mittel gefunden. Das war sicher das beste Spiel meiner Mannschaft in der Bundesliga“, meinte Trainerin Barna – und niemand dürfte an diesem denkwürdigen Nachmittag anderer Meinung gewesen sein. red