Archivierter Artikel vom 20.01.2020, 11:34 Uhr

DIW-Studie

Ganztagsausbau bringt auch Mehreinnahmen

In fünf Jahren sollen in Deutschland alle Grundschulkinder einen Anspruch auf die Ganztagsbetreuung haben. Das kostet viel Geld, soll aber nach einer DIW-Studie auch Einnahmen bringen.

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Franziska Giffey
Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, spricht auf der Pressekonferenz zu Studienergebnissen zur Ganztagsbetreuung.
Foto: Fabian Sommer/dpa

Berlin (dpa). Der geplante Ausbau der Ganztagsplätze für Grundschulkinder wird nach einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) zwar viel Geld kosten, aber dem Staat auf der anderen Seite auch Einnahmen bescheren.

Die Untersuchung, die DIW-Bildungsexpertin Katharina Spieß am Montag gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) vorstellte, kommt zu dem Ergebnis, dass sich der Ausbau der Ganztagsplätze dadurch zu einem substanziellen Teil selbst finanziere, wie Spieß sagte.

In der Untersuchung werden verschiedene Szenarien durchgerechnet. Das DIW kommt zu dem Schluss, dass durch den Ausbau der Ganztagsplätze das Arbeitsvolumen von Müttern mit Grundschulkindern um drei bis sieben Prozent wachsen könnte. Das werde die Steuereinnahmen und die Einnahmen in der Sozialversicherung erhöhen. Auf der anderen Seite werde es weniger Ausgaben für Sozialleistungen wie Wohngeld oder Kinderzuschlag geben. Die Mehreinnahmen für den Staat lägen je nach Szenario zwischen einer und zwei Milliarden Euro pro Jahr, hieß es.

Die große Koalition hat vereinbart, dass ab 2025 alle Kinder in Deutschland von der 1. bis zur 4. Klasse einen Anspruch auf Ganztagsbetreuung haben sollen, an fünf Tagen in der Woche, für acht Stunden am Tag. Gerechnet wird damit, dass dafür bis zu eine Million zusätzliche Plätze geschaffen werden müssen. Die Kosten für den Ausbau zum Beispiel für Räumlichkeiten und Gebäude an den rund 15.000 Grundschulen in Deutschland werden auf fünf bis sieben Milliarden Euro geschätzt. Dazu kommen prognostizierte laufende Betriebskosten pro Jahr von bis zu vier Milliarden Euro.