Archivierter Artikel vom 05.06.2011, 10:20 Uhr
Kopenhagen

Dänische «Discount-Rakete» schafft 2,8 Kilometer

Nach dem ersten Flop hat der dänische Traum von der Amateurraumfahrt doch noch gezündet. Die Billig-Rakete «Heat-1X» schaffte nach dem geglückten Start von einer schwimmenden Rampe auf der Ostsee vor Bornholm eine Höhe von 2800 Metern.

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«Heat-1X»
Die Billig-Rakete «Heat-1X» schaffte es auf eine Höhe von 2800 Metern.
Foto: DPA

Dann segelte sie an einem Fallschirm wieder Richtung Wasser zurück. Beim ersten Anlauf im vergangenen September hatte sich die 70 Kilo schwere und 9 Meter hohe Rakete keinen Millimeter von der Stelle gerührt, weil ein zur Kühlung eingebauter simpler Haarföhn den Dienst versagte.

Start
Klein aber fein: Die „Amateuer-Rakete“ beim Start.
Foto: DPA

Dass sich diesmal der Fallschirm zu früh öffnete und die angestrebte Flughöhe von 16 Kilometern nicht erreicht wurde, tat dem Jubel der Initiatoren keinen Abbruch. «Wir haben unheimlich viel darüber gelernt, wie man eine Rakete in die Höhe bringt. Ich glaube, wir haben Geschichte geschrieben», kommentierte Peter Madsen als einer der Initiatoren am Samstag in der Zeitung «Politiken».

Bergung
Die Reste der Rakete werden aus der Ostsee geborgen.
Foto: DPA

Zusammen mit seinem als Ingenieur für Raumfahrttechnik ausgebildeten Landsmann Kristian von Bengtson will Madsen in der Kapsel an der Spitze der Rakete irgendwann einen bemannten Flug mit der «Heat-1X» wagen. Beim erfolgreichen zweiten Startversuch vor der Ferieninsel Bornholm halfen beiden gut 40 freiwillige und unbezahlte Helfer. Vom Hafenstädtchen Neksø verfolgten Schaulustige bei schönstem Sommerwetter begeistert den Aufstieg der Rakete

Drei, Zwei, Eins, Null ...
Dänemarks Aufstieg in den Kreis der „Weltraumnationen“?
Foto: DPA

Glückwünsche zum Erfolg kamen unter anderem von der Nato, die am Freitag zur Abschusszeit den Luftraum überwachte, damit es keine unangenehmen Überraschungen für vorbeifliegende Flugzeug geben konnte. Die beiden Initiatoren geben als Kosten für den Bau ihres Projektes «Copenhagen Suborbital» umgerechnet 40 000 Euro (300 000 Kronen) an.

Homepage des Projektes «Copenhagen Suborbital»