Archivierter Artikel vom 18.01.2020, 11:46 Uhr
Canberra

Lebensgefährliche Springfluten

Buschfeuer und heftiger Regen halten Australien im Griff

Lange wurde er herbeigesehnt – doch jetzt macht der heftige Regen den Australiern zunehmend zu schaffen. Zwar helfen die Sturzbäche bei den Löscharbeiten, doch in manchen Regionen steht den Bewohnern nun das Wasser sprichwörtlich bis zum Hals.

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Überflutung
Im australischen Bundesstaat Queensland überflutete der Regen Autobahnen und Straßen.
Foto: -/Australian Broadcasting Corporation, Channel 7, Channel 9/AP/dpa

Canberra (dpa). Das seit Monaten von Dürre und riesigen Bränden heimgesuchte Australien kämpft nun auch mit Wetterextremen anderer Art. Heftiger Regen überflutete am Samstagmorgen im Bundesstaat Queensland mehrere Autobahnen und Straßen, wie die Polizei mitteilte.

Überflutete Felder
Überflutete Felder: In einigen australischen Brandgebieten hilft weiter heftiger Regen bei den Löscharbeiten.
Foto: -/Australian Broadcasting Corporation, Channel 7, Channel 9/AP/dpa

In einigen Gegenden fielen demzufolge bis zu 33 Zentimeter Niederschlag. Das Wetterbüro warnte vor lebensgefährlichen Springfluten. An der Goldküste südlich von Brisbane mussten zwei Menschen aus den Fluten gerettet werden.

Regen in Sydney
Ungewohnter Anblick: Regen im Central Business District (CBD) von Sydney.
Foto: Bianca De Marchi/AAP/dpa

In Queenslands südlichem Nachbarstaat New South Wales fiel in nördlichen Gegenden ebenfalls Regen, er begünstigte die Löscharbeiten vieler der 75 derzeit im Staat lodernden Buschfeuer. 25 der Brände seien aber weiter außer Kontrolle, teilte die Feuerbehörde von New South Wales, RFS, mit. Im Bundesstaat Victoria im Südosten Australiens wüteten am Samstag noch mehr als ein Dutzend Brände, allen voran in der östlichen Region East Gippsland und der Alpen-Region im Nordosten.

Regen in Australien
Lange ersehnt: Eine große Regenpfütze hat sich im abgebrannten Buschland im australischen Bundesstaat Bundesstaat New South Wales gebildet.
Foto: Dan Himbrechts/AAP/dpa

In Victorias Hauptstadt Melbourne beginnen am Montag die Australian Open. Die schlechte Luft hatte den Tennisspielern in der Qualifikationsrunde große Probleme gemacht. Die Buschfeuer hätten die Luftqualität im gesamten Staat von „gut“ auf „sehr schlecht“ sinken lassen, teilte die Umweltschutzbehörde Environmental Protection Agency mit.

Seit Ausbruch der ersten Feuer dieser Brandsaison im September starben mindestens 28 Menschen, mehr als 11,8 Millionen Hektar Land verbrannten. Nach groben Schätzungen verendeten mehr als eine Milliarde Tiere.

Das extreme Regenwetter hatte auch Folgen für die deutschen Kandidaten der RTL-Dschungelshow „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“. In der live aus Australien ausgestrahlten Folge bekamen die C-Promis am Samstagmorgen (Ortszeit) den Dauerregen und die Unwetter zu spüren. Das Lager wurde überspült. Die Camper mussten mehrere Stunden in kleinen Holzhütten verbringen, auch die Brücken auf der Anlage waren gesperrt. „Bachelor in Paradise“-Kandidat Marco Cerullo wurde als erster Kandidat herausgewählt.

Tweet Feuerbehörde RFS (Englisch)

Karte der Buschfeuer, RFS (Englisch)

Tweet Wetterbüro mit Warnung (Englisch)