Archivierter Artikel vom 13.06.2019, 07:50 Uhr
Leipzig

Praxis weiterhin erlaubt

Bundesgericht bestätigt: Kükentöten ist rechtmäßig

Können wirtschaftliche Interessen der Geflügelwirtschaft ein vernünftiger Grund sein, um jedes Jahr Millionen Küken zu töten? Am Bundesverwaltungsgericht fiel nun ein Grundsatzurteil.

Kükentöten
Mitglieder der Tierschutzorganisation Peta protestieren vor der Urteilsverkündung mit einer symbolischen Aktion zum Kükenschreddern vor dem Bundesverwaltungsgericht.
Foto: Jan Woitas – dpa

Das Bundesverwaltungsgericht hat das massenhafte Töten männlicher Küken in der Legehennenzucht vorerst noch als rechtmäßig bestätigt.

Bis zur Einführung von alternativen Verfahren zur Geschlechtsbestimmung im Hühnerei dürften Brutbetriebe männliche Küken weiter töten, urteilte das Gericht in Leipzig. (BVerwG 3 C 28.16 und 3 C 29.16)

Die wirtschaftlichen Interessen der Brütereien seien zwar allein kein vernünftiger Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes. Bis Alternativen zur Verfügung stünden, sei die Fortsetzung der Praxis aber noch rechtmäßig.

Das Land Nordrhein-Westfalen hatte das Kükentöten 2013 per Erlass stoppen wollen. Zwei Brütereien aus NRW klagten dagegen. Jedes Jahr werden in Deutschland laut Bundeslandwirtschaftsministerium rund 45 Millionen männlicher Küken nach dem Schlüpfen getötet. Sie sind für die Zucht von Legehennen überflüssig und eignen sich auch nicht für die Mast.