Archivierter Artikel vom 20.04.2020, 09:06 Uhr

«Europäische Solidarität»

Bund will Kosten für europäische Corona-Patienten übernehmen

Die Zahl schwer erkrankter Corona-Patienten drückt die Krankenhäuser in vielen europäischen Ländern an ihre Kapazitäts-Grenzen. Deutschland will nun weitere Patienten aus den Partner-Ländern aufnehmen und dafür viel Geld in die Hand nehmen.

Bundesgesundheitsminister Spahn
Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) während einer Pressekonferenz.
Foto: John Macdougall/AFP-Pool/dpa

Berlin (dpa). Der Bund will die Kosten für die Behandlung schwerkranker ausländischer Corona-Patienten in Deutschland übernehmen.

„Europa steht auch in Krisenzeiten zusammen“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) laut Mitteilung am Montag vor einer Sitzung des Corona-Kabinetts. Deutschlands Krankenhäuser versorgten auf ihren Intensivstationen bereits mehr als 200 schwerkranke Corona-Patienten aus europäischen Partnerländern. Man sei bereit und in der Lage, weitere aufzunehmen. „Das ist unser Verständnis von europäischer Solidarität.“

Die Vorschläge zur Kostenübernahme liegen der Deutschen Presse-Agentur vor. Darin heißt es, Behandlungskosten würden üblicherweise Ländern in Rechnung gestellt. Dies soll nun wegfallen. „Es handelt sich dabei ausschließlich um Covid-19-bedingte Notfälle, für die die jeweiligen Kapazitäten der betreffenden EU-Nachbarländer nicht ausreichen.“ Die mutmaßlichen Kosten bezifferte das Ministerium auf bis zu 20 Millionen Euro.

Die entsprechende Gesetzesänderung soll zunächst bis Ende September gelten. Damit würden auch „Unsicherheiten“ bei den Krankenhäusern beseitigt, hieß es.