Archivierter Artikel vom 22.03.2016, 09:18 Uhr
Brüssel

Brüssel: Bombenanschläge fordern mindestens 34 Tote

Die belgische Hauptstadt ist am heutigen Morgen von einer Anschlagswelle getroffen worden. Kurz nach acht Uhr fielen in der Anflughalle des Airports Zaventem zunächst einige Schüsse, dann zerrissen zwei Explosionen die Geschäftigkeit, die um diese Zeit an den Check-In-Schaltern herrscht.

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Polizei und Militär sichern am Dienstag, 22. März 2016, das Areal um Metrostationen in Brüssel. Foto: Arnulf Stoffel/dpa

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Bei einer neuen Terrorserie sind in Belgiens Landeshauptstadt mindestens 26 Menschen getötet worden. Die Zahl der Verletzten liegt bei mehr als 130.

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Krankenwagen verlassen in Brüssel die Metrostation Maelbeek. Foto: Federico Gambarini/dpa

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Sicherheitskräfte patrouillieren am Kreisverkehr Charlemagne Karel de Grote in Brüssel. Foto: dpa

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Rettungsdienste sind an der Metrostation Maelbeek in Brüssel im Einsatz. Foto: Arnulf Stoffel/dpa

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Ein Polizist kontrolliert einen Krankenwagen auf dem Weg zur Metrostation Maelbeek. Foto: dpa

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Auf der Flucht: Nach dem Terror-Anschlag verlassen viele Menschen das Flughafengelände. Foto: dpa

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Ein Krankenwagen auf dem Weg zum Anschlagsort am Flughafen Brüssel-Zaventem. Foto: Olivier Hoslet – dpa

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Aus der Vogelperspektive: Blick auf den Flughafen von Brüssel.

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Ein Polizeioffizier steht in der Rue de la Loi, in der kein Auto mehr fahren kann.

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Passagiere verlassen nach den Explosionen das Flughafengelände. Foto: Laurent Dubrule – dpa

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Nach den Explosionen fliehen die Menschen aus den Gebäuden des Flughafens Brüssel-Zaventem. Foto: Olivier Hoslet – dpa

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Am Flughafen Brüssel-Zaventem hat es mehrere Explosionen gegeben. Foto: Laurent Dubrule – dpa

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Der Flughafen von Brüssel wurde am Dienstagvormittag evakuiert. Foto: dpa

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Blick auf den Flughafen von Brüssel: Beim Terror-Anschlag ist die komplette Fensterfront des Gebäudes zuerstört worden. Foto: dpa

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Bei den Explosionen am Brüsseler Flughafen hat es mehrere Tote und viele Verletzte gegeben.

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Bei den Explosionen am Brüsseler Flughafen hat es mehrere Tote und viele Verletzte gegeben.

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Bei den Explosionen am Brüsseler Flughafen hat es mehrere Tote und viele Verletzte gegeben.

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Bei den Explosionen am Brüsseler Flughafen hat es mehrere Tote und viele Verletzte gegeben.

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Bei den Explosionen am Brüsseler Flughafen hat es mehrere Tote und viele Verletzte gegeben.

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Bei den Explosionen am Brüsseler Flughafen hat es mehrere Tote und viele Verletzte gegeben.

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Bei den Explosionen am Brüsseler Flughafen hat es mehrere Tote und viele Verletzte gegeben.

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Von unserem Korrespondenten Detlef Drewes

Augenzeugen berichteten, am Counter der US-Airline American Airlines habe ein Mann mit Rucksack eine Bombe gezündet. Die Wucht der Explosion sprengt hunderte von Fensterscheiben, Teile der Deckenkonstruktion stürzen herunter. Von Verletzten ist die Rede, schließlich von einem Toten. Als sich der Nebel lichtet, sind es wohl mindestens 11 Menschen, die ums Leben gekommen sind (belgische Medien berichten zudem von mindestens 15 Toten an der Metrostation Maelbeek). „Ich habe nur eine Druckwelle gespürt und dann wurde ich von einem Metallteil am Rücken getroffen und fiel hin“, schildert ein Passagier unmittelbar nach dem Anschlag seine Erlebnisse.

Dichter Rauch dringt aus dem Gebäude. Feuerwehren und Rettungsfahrzeuge rasen heran. Auf Amateur-Videos, die beispielsweise bei Instagram zu finden sind, kann man sehen, wie Hunderte verzweifelt aus dem Terminal zu fliehen versuchen, die nahegelegenen Parkhäuser stürmen – während drinnen eine zweite Explosion zu hören ist:

Instagram-Video: Anschläge in Brüssel

Ein von@boxingband gepostetes Video am

Kurz darauf wird der Flughafen, der zu den wichtigsten Drehkreuzen Europas gehört, geschlossen, die belgische Bahn stoppt ihre Verbindungen zur Innenstadt. Andere Bilder zeigen, wie die Sicherheitskräfte des Flughafen Menschen zu den Notausgängen leiten. Nur weinige sind ruhig, viele weinen, schreien, wollen nur noch raus. „Ein Terminal ist doch wie ein Käfig“, schildert eine Frau mit greller Stimme. „Hier können sie uns doch auch jetzt noch treffen.“

Detlef Drewes
Detlef Drewes, Korrespondent unserer Zeitung in Brüssel, berichtet über die Terror-Anschläge in der belgischen Hauptstadt.

Kaum eine Stunde nach den Anschlägen ruft die Regierung die höchste Terrorwarnstufe aus, die ihr die Möglichkeit gibt, alle öffentlichen Gebäude sowie Kindergärten und Schulen zu schließen. Doch es ist zu spät. Eine gute Stunde nach dem Anschlag auf den Airport wird die Lebensader der Stadt angegriffen. In der Metro-Station Maelbeek geht ein weiterer Sprengsatz in die Luft, der nebenanliegende Bahnhof Schuman wird sofort gesperrt: Es ist die Metro-Station, die direkt im Europäischen Viertel unter dem Gebäude der Europäischen Kommission liegt.

Video: Terror-Anschlag in Brüssel 2016

Auch hier quillt dichter Rauch aus den unterirdischen Gängen. Es habe viele Verletzte gegeben, heißt es von den Sicherheitsbehörden. Auf der Rue de la Loi, einer mehrspurigen Verbindung in die Innenstadt, liegen Menschen, die auf Hilfe warten. Unmittelbar danach stellen die städtischen Betriebe den gesamten Verkehr auf dem Metro-Netz ein. Brüssel versinkt im Verkehrschaos, weil zwei wichtige Achsen für Pendler nicht mehr nutzbar sind. Die Autos stauen sich überall, alle wollen nur noch weg, raus aus dieser Stadt, die an diesen Morgen nicht vergessen kann.

Karte: Explosionen in Brüssel

Dass es sich bei den Anschlägen um einen Racheakt für die Verhaftung des Pariser Attentäters Salah Abdeslam handeln könnte, liegt nahe. Aber zu dieser Stunde will noch niemand etwas sagen, die Einsatzkräfte sind händeringend bemüht, Verletzte zu versorgen und die Schauplätze zu sichern. Vor vier Monaten hatte eine Terrorwarnung der Regierung für viel Verärgerung gesorgt, weil sie für übertrieben gehalten wurde. Jetzt weiß man, dass sie zumindest angemessen war. Der Angriff auf Brüssel trifft die Stadt, als man nach der Verhaftung Abdeslams gehofft hatte, es werde vielleicht doch wieder ruhig werden.

Doch wer immer die Täter waren, sie konnten und wollten dokumentieren, dass sie trotzdem noch zuschlagen können. Und sie haben nicht nur die Toten und Verletzten getroffen. Die 41-järhige Lina saß in der letzten Metro, die den Bahnhof Maelbeek noch ungehindert passieren konnte. „Plötzlich spürten wir einen Stoß, so als ob jemand die ganze Metro von hinten angeschoben hätten. Dann war alles dunkel. Ich hatte solche Angst. Als erstes habe ich meine Kinder angerufen...“

Solidarität angesichts des Terrors: In den sozialen Medien verbreitet sich eine Illustration, die Frankreich und Belgien im Schmerz vereint zeigt. In Paris ereigneten sich am 13. November des vergangenen Jahres Terroranschläge, bei denen viele Menschen ums Leben kamen – Bombenanschläge halten die belgische Hauptstadt an diesem 22. März in Atem.

Illustration Brüssel weint

Ein von@kingzazou gepostetes Foto am