Archivierter Artikel vom 28.01.2021, 14:50 Uhr

«Obamacare»

Biden will mehr Amerikanern Krankenversicherung ermöglichen

Der US-Präsident will in der Corona-Krise mehr Menschen den Zugang zum Krankenversicherungssystem öffnen. Die Gesundheitsversorgung ist seit Langem ein Streitthema in der US-Politik.

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Gesundheitsvorsorge in den USA
Reizthema Krankenversicherung: Hier ein Protest in Denver im Jahr 2017.
Foto: David Zalubowski/AP/dpa

Washington (dpa). Der neue US-Präsident Joe Biden will mehr Amerikanern den Zugang zur Krankenversicherung während der Corona-Pandemie ermöglichen.

Biden unterzeichnete am Donnerstag im Weißen Haus eine Verfügung, die bewirken soll, dass sich Amerikaner zwischen Mitte Februar und Mitte Mai über das als „Obamacare“ bezeichnete System versichern lassen können. Die Fristen dafür waren in vielen Bundesstaaten bereits im Dezember abgelaufen.

Die Gesundheitsreform von Ex-Präsident Barack Obama brachte mehr als 20 Millionen Menschen eine Krankenversicherung, aber zum Teil auch höhere Zahlungen. Biden hatte im Wahlkampf versprochen, die Reform zu stärken und die Kosten für die Gesundheitsversorgung zu senken. Die Republikaner kämpfen seit langem gegen „Obamacare“ – Bidens Amtsvorgänger Donald Trump hatte versprochen, sie abzuschaffen.

Der neue Präsident wies die Behörden auch an, bestehende Maßnahmen zu überprüfen, die den Versicherungsschutz für Menschen mit Vorerkrankungen – wozu auch Langzeitfolgen einer Covid-19-Erkrankung zählen könnten – beeinträchtigen. Biden betonte, er starte keine neue Gesetzesinitiative, sondern repariere lediglich Schäden, die Trump angerichtet habe. Millionen Amerikaner sind in der Corona-Pandemie zumindest zeitweise arbeitslos geworden und haben mit ihrem Job auch ihre Krankenversicherung verloren.

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