Archivierter Artikel vom 23.11.2017, 06:44 Uhr

Verschollenes U-Boot

Argentinische Marine geht von Explosion aus

Das Schicksal der 44-köpfigen Besatzung des verschollenen argentinischen U-Boots scheint besiegelt. Die Suche der „ARA San Juan“ auf dem Meeresgrund geht dennoch weiter.

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Trost
Trost: Reaktionen auf dem Gelände der Marinebasis, nachdem sich herumspricht, dass es an Bord des verschollenen argentinischen U-Boots eine Explosion gegeben haben soll.
Foto: Esteban Felix – dpa

Buenos Aires (dpa) – Bei der Suche nach dem verschollenen argentinischen U-Boot und seiner 44-köpfigen Besatzung gibt es immer weniger Hoffnung auf ein glückliches Ende.

Suche aus der Luft
Suche aus der Luft: Mitglieder der argentinischen Luftwaffe fahnden nach der «Ara San Juan».
Foto: Argentine Navy – dpa

Auf der vermuteten Position der „ARA San Juan“ soll es unmittelbar nach der letzten Funkverbindung vor neun Tagen eine Explosion gegeben haben. Dies wurde übereinstimmend von Meeressonden der internationalen Atomteststoppbehörde CTBTO und der USA festgestellt, wie die argentinische Marine am Donnerstag in Buenos Aires bekanntgab.

Trauer
Nach der Nachricht von einer möglichen Explosion an Bord des verschollenen argentinischen U-Boots: Eine Frau weint vor dem Gelände der Marinebasis in Mar de Plata.
Foto: Esteban Felix – dpa

„Das registrierte Ereignis war anormal, einzig, kurz, gewaltig und nicht nuklearen Ursprungs“, sagte Marinesprecher Enrique Balbi. Es sei eine Explosion gewesen. Sie sei in einem Radius von 125 Kilometern auf einer Entfernung von 430 Kilometern von der Küste registriert worden. Sechs Schiffe und drei Flugzeuge mit speziellen Suchgeräten durchkämmten das Gebiet, erklärte der Marinesprecher am Donnerstagabend (Ortszeit). Das U-Boot war von Ushuaia in Feuerland ausgelaufen. Bei der letzten Funkverbindung hatte der Kapitän eine Panne der Batterien gemeldet. Das Boot hat einen diesel-elektrischen Antrieb.

Argentinisches U-Boot verschollen
Das U-Boot «ARA San Juan» auf einem undatiertes Archivfoto in Bahia Blanca.
Foto: Juan Sebastian Lobos/Armada Argentina/telam – dpa

Die Meerestiefe in der Gegend variiert zwischen 200 und 3000 Meter, da dort der Rand des unterseeischen Kontinentalhangs verläuft. Ein ferngesteuertes Unterwasserfahrzeug und ein Mini-U-Boot der US-Navy sollen den Meeresgrund bis auf eine Tiefe von 600 Metern auf der Suche nach der „ARA San Juan“ auskundschaften.

Schlechtes Wetteer
Die schlechten Wetterbedingungen erschweren die Suche nach dem vermissten U-Boot «ARA San Juan» und seiner 44-köpfigen Besatzung zusätzlich.
Foto: Maxi Jonas FOTOS – dpa

Angehörige der Besatzung reagierten mit harten Anschuldigungen an die Adresse der Marine, nachdem sie auf dem U-Boot-Stützpunkt in Mar del Plata von der Explosion erfahren hatten. Die Marine habe Informationen verheimlicht und mit Verspätung weitergegeben, hieß es. Das U-Boot habe bereits 2014 eine Panne auf hoher See erlitten, sagte die Ehefrau eines Besatzungsmitglieds dem Nachrichtensender TN. Die Marine hatte erst zwei Tage nach der letzten Funkverbindung von einem „Kommunikationsproblem“ mit dem U-Boot berichtet.

Argentinische Luftwaffe
Eine Woche nach der letzten Funkverbindung mit dem U-Boot gibt es keine neue Spur zu dem Schiff.
Foto: Argentine Navy – dpa

Das U-Boot mit einer Kiellänge von 65 Metern wurde im Auftrag der argentinischen Kriegsmarine von den damals dem Thyssen-Konzern gehörenden Nordseewerken in Emden gebaut. Die „ARA San Juan“ wurde 1985 von der Marine in Dienst genommen.