Archivierter Artikel vom 17.08.2011, 14:20 Uhr

WWF will Delfine im Mekong-Delta retten

Gland (dpa). Derzeit leben nach Daten der Umweltstiftung WWF nur noch 85 der bedrohten Irawadi-Delfine im Mekong-Delta. Und die Zahl sinke weiter. Wenn die Regierung nicht eingreife, stehe die Art vor der Ausrottung, erklärte die Organisation am Mittwoch an ihrem Sitz im schweizerischen Gland.

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Irawadi-Delfin
Der Irawadi-Delfin: die Kopfform ähnelt der des Weißwals. (Archiv)
Foto: DPA

Der Irawadi-Delfin (Orcaella brevirostris) gehört schon lange zu den gefährdeten Arten. Wenn er nicht mehr geschützt und seine Population wieder aufgebaut werde, könnte sein Bestand um drei Prozent pro Jahr abnehmen, befürchtet der WWF. Gründe dafür sind schlechte Umweltbedingungen und Treibnetze, in denen sich die Tiere verfangen.

Die 85 Tiere seien zwar ein wenig mehr als die geschätzten 66 bis 86 Delfine im Jahr 2007, erklärte der beim WWF zuständige Experte für Süßwasserlebewesen, Lifeng Li. Jedoch hätten Untersuchungen ergeben, dass die Population nicht mehr wachse. In den Jahren 2004 und 2005 habe es noch etwa 115 Exemplare in dem rund 190 Kilometer langen Abschnitt des Mekongs gegeben. Zudem ist die Überlebensrate der Jungtiere nach WWF-Angaben sehr gering.

Allerdings werden die WWF-Zahlen auch angezweifelt. So erklärte der Leiter der kambodschanischen Regierungskommission für den Schutz des Mekongs und den Ökotourismus, Touch Seang Tana, die Zahl gebe den wirklichen Bestand nicht wieder. Ende 2010 habe es 155 bis 175 Exemplare gegeben. Bis Ende des Jahres sollen eine Schutzzone für die Delfine eingerichtet und Treibnetze in der Region verboten werden.

Delfinbericht des WWF