Archivierter Artikel vom 21.05.2010, 16:14 Uhr

Synthetische Bakterien in Deutschland umstritten

München/Bielefeld (dpa) – Das jüngst geschaffene Bakterium mit künstlichem Erbgut ist in Deutschland umstritten. Es gebe keinen Einwand dagegen, ein solches Lebewesen auch in Deutschland herzustellen, sagte der Biotechnologe Prof. Alfred Pühler von der Universität Bielefeld.

«Craig Venter hat ein Genom genutzt, wie es in der Natur auch vorkommt.» Er verwies darauf, dass bereits jetzt einzelne Gene in Lebewesen anderer Arten verpflanzt werden.

Der Biotechnik-Kritiker Christoph Then warnte dagegen vor synthetischen Lebewesen. «Die Auswirkungen einer Verbreitung synthetischer Gene oder Organismen in der Umwelt können nicht abgeschätzt werden», mahnte der langjährige Gentechnik-Experte von Greenpeace. Jetzt ist er Geschäftsführer des Vereins Testbiotech, der die Folgen der Biotechnologie betrachtet.

Ein Team um den US-Genetiker Craig Venter hatte das Erbgut eines natürlichen Bakteriums mit Hilfe einzelner Erbgutstückchen nachgebaut und dieses Kunstgenom in eine andere Bakterienart eingesetzt. Venter möchte auf diese Weise Bakterien entwickeln, die Impfstoffe oder Biokraftstoffe herstellen oder das Treibhausgas Kohlenstoffdioxid aufnehmen könnten. Die Resultate wurden vom Journal «Science» von diesem Freitag vorgestellt.

Stellungnahme der DFG, Acatech, Leopoldina: http://dpaq.de/oc9Tu

Testbiotech: http://www.testbiotech.org