Archivierter Artikel vom 07.07.2010, 19:44 Uhr
Garching

Schwarzes Loch macht große Blase

Schwarzes Loch macht große Blase: Astronomen der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben die bisher stärksten bekannten gebündelten Materienausflüsse – sogenannte Jets – bei einem stellaren Schwarzen Loch sichtbar gemacht.

Lesezeit: 1 Minuten
Schwarzes Loch macht große Blase
Astronomen der Europäischen Südsternwarte haben die bisher stärksten bekannten gebündelten Materienausflüsse – sogenannte Jets – bei einem stellaren Schwarzen Loch sichtbar gemacht.

Dieser sogenannte Mikroquasar erzeugt eine riesige Blase aus heißem Gas. Mit einem Durchmesser von 1000 Lichtjahren ist sie mehr als doppelt so groß und zehn Mal so stark wie bei allen anderen bisher bekannten Mikroquasaren.

Die Beobachtung gelang mit Hilfe eines großen ESO-Teleskops in Kombination mit einem Röntgensatelliten der NASA, wie die ESO am Mittwoch in Garching bei München mitteilte. Stellare Schwarze Löcher sind Überreste von Sternenexplosionen.

«Wir waren erstaunt, wie viel Energie das Schwarze Loch an das Gas abgibt, obwohl es nur wenige Sonnenmassen schwer ist», sagte Manfred Pakull, Hauptautor des Artikels. Schwarze Löcher erzeugen ungeheure Mengen an Energie, wenn sie Materie «verschlucken».

Bis vor kurzem glaubten Astronomen, dass ein Großteil dieser Energie in Form von Strahlung ausgesendet wird. Die Entdeckung zeigt jetzt, dass einige Schwarze Löcher mindestens genauso viel Energie als gebündelte «Jets» aus sich schnell bewegenden Teilchen abgeben. Diese werden in das Gas in der Umgebung des Lochs geschleudert. Dadurch wird das Gas erwärmt und dehnt sich aus, so dass eine heiße Blase entsteht. Die Forscher fanden heraus, dass sich die Blase mit einer Geschwindigkeit von fast einer Million Kilometer pro Stunde ausdehnt.