Archivierter Artikel vom 12.08.2010, 20:52 Uhr
Bayreuth

Neues Recyclingverfahren für «Teflon»-Produkte

Ob als Werkstoff für Bratpfannen oder Dichtungen – unter dem Markennamen «Teflon» ist Polytetrafluorethylen (PTFE) weltweit bekannt. Doch die Entsorgung bereitete bislang Probleme.

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Wissenschaftler der Uni Bayreuth haben jetzt gemeinsam mit PTFE-Hersteller Dyneon ein umweltfreundliches Recyclingverfahren für die Hochleistungskunststoffe aus der Gruppe der Fluorpolymere entwickelt.

Bei der Depolymerisation werden mit Hilfe von Mikrowellen bis zu 93 Prozent der PTFE-Moleküle in ihre gasförmigen Bestandteile zerlegt, wie die Universität Bayreuth am Mittwoch berichtete. Diese Gase könnten ohne Gefahren für die Umwelt an die Hersteller zurückgegeben und erneut für die Produktion eingesetzt werden. Zurzeit arbeiten die Forscher und der Hersteller an einer Pilotanlage, in der größere Mengen wiederverwertet werden können.

PTFE zeichnet sich durch seine hohe Widerstandsfähigkeit gegen Hitze und Chemikalien aus. Hausfrauen schätzen «Teflon» ebenso wie viele Industriebranchen aber auch, weil fast nichts daran haften bleibt. So werden diese Hochleistungskunststoffe nicht nur bei Bratpfannen, sondern auch für Dichtungen und Lager etwa in Autos verwendet. Die Textilindustrie nutzt die Stoffe für atmungsaktive Membranen in Funktionskleidung, die Elektroindustrie setzt es als wichtigen Werkstoff für Kabelisolierungen ein.

Probleme bereitete dagegen bislang die Beseitigung von Industrieabfällen und Altprodukten. Bei der bis heute üblichen Verbrennung werden nach Angaben der Universität hochgiftige umweltschädliche Dämpfe freigesetzt, die wegen ihrer korrosiven Wirkung auch die Verbrennungsanlagen selbst angreifen. Das Deponieren ist in der Europäischen Union künftig verboten. Die vom Lehrstuhl für Werkstoffverarbeitung entwickelte Depolymerisation hingegen schade weder der Umwelt noch der Gesundheit der Mitarbeiter.