Archivierter Artikel vom 08.12.2009, 12:00 Uhr

Asiatische Zeckenart in Brandenburg heimisch

Brieskow-Finkenheerd (dpa) – Eine in Asien und Osteuropa lebende Zeckenart ist mittlerweile auch in Brandenburg heimisch.

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«Wir haben in diesem Jahr gleich mehrere ausgewachsene Exemplare der Reliktzecke gefunden», sagte der Mikrobiologe Thomas Talaska aus Brieskow- Finkenheerd in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Er leitet dort das Institut für durch Zecken übertragbare Krankheiten, einen gemeinnützigen Verein. Talaska will nun untersuchen, wie sehr sich die Zecke ausgebreitet hat und ob sie Krankheiten übertragen kann.

Bereits 2007 seien Jungtiere in Brandenburg gefunden worden. «Von wissenschaftlicher Seite wurde aber immer angezweifelt, dass sich die Reliktzecke tatsächlich hier ausgebreitet hat», sagte Talaska. Schließlich würden immer wieder exotische Zeckenarten – etwa durch Zugvögel aus dem Ausland – eingeschleppt, die aber die klimatischen Bedingungen nicht überleben würden. Zudem sei 2008 keine weitere Zecke entdeckt worden.

In diesem Sommer jedoch tauchten verschiedene ausgewachsene Exemplare auf. «Ein Jäger hatte zwei Zecken an seinem Körper gefunden und zu uns gebracht. Außerdem haben wir ein Exemplar direkt vor unserer Haustür gefangen», berichtete Talaska. «Das sind keine Zufallsfunde, die Zecke lebt jetzt hier», sagte der Forscher.

Mit bis zu 2,5 Millimetern Größe ist die Reliktzecke etwa so groß wie der Gemeine Holzbock, die in Deutschland bekannteste Zeckenart. Der «Asien-Import» sei an einem markanten, gerippten Rückenschild erkennbar. Im Ausland gebe es Nachweise dafür, dass die Zecke Erreger für Krankheiten wie die Hasenpest übertrage, sagte Talaska. «Wie es bei uns in Deutschland aussieht, weiß aber kein Mensch.»

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