Archivierter Artikel vom 19.05.2010, 15:26 Uhr

Würth wächst wieder und sucht Mitarbeiter

Zürich (dpa). Der Handelskonzern Würth ist gut ins Jahr gestartet. Die Erlöse stiegen in den ersten vier Monaten um 6,3 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro, wie Würth-Chef Robert Friedmann in Zürich sagte.

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Produktion beim Mittelständler Würth
Der Handelskonzern Würth konnte seine Erlöse in den ersten vier Monaten um 6,3 Prozent auf 2,7 Milliarden Euro steigern.

Besonders gut lief es im Heimatmarkt Deutschland, wo Würth den Umsatz um zehn Prozent auf 321 Millionen Euro steigerte. Der Spezialist für Befestigungs- und Montagematerial («Schrauben- Würth») will in diesem Jahr 3000 neue Stellen schaffen, davon 2000 im Verkauf. «Wir sind weltweit der größte Arbeitgeber für festangestellte Verkäufer», sagte Friedmann. Von den 61 000 Mitarbeitern, die zum Jahresende geplant sind, arbeiten dann knapp 31 000 im Vertrieb.

Der Betriebsgewinn der Würth-Gruppe aus Künzelsau kletterte nach einem schwachen Jahresbeginn 2009 bis Ende April 2010 auf 115 Millionen Euro (plus 85,5 Prozent). Friedmann bekräftigte die Prognose, nach der die weltweit tätige Würth- Gruppe den Umsatz in diesem Jahr um acht Prozent steigern will. Der Gewinn soll bei 350 Millionen Euro liegen (plus 49 Prozent). 2009 waren die Erlöse um 14,7 Prozent auf 7,52 Milliarden Euro gesunken und der Betriebsgewinn von 545 Millione Euro auf 235 Millione Euro eingebrochen.

«2009 war das schwierigste Jahr unserer Geschichte», betonte Friedmann. Man habe zwar ein Sparprogramm durchgezogen, sich aber auf die Stärken, nämlich den Vertrieb konzentriert. Dadurch habe man Marktanteile gewinnen können. Das Eigenkapital der Würth-Gruppe wuchs im Krisenjahr 2009 um 83 Millionen Euro auf 2,6 Milliarden Euro. Die gute finanzielle Verfassung will Würth nutzen, um 2010 kräftig zuzukaufen. Derzeit seien viele Unternehmen bereit, zu verkaufen, sagte Friedmann. Dabei nimmt Würth auch zukunftsträchtige Branchen wie Wind- und Solarenergie ins Visier.

Im Jahr 2020 soll der Umsatz bei 20 Milliarden Euro liegen. Die Mitarbeiterzahl soll auf 100 000 steigen. Dazu sie eine durchschnittliche Umsatzsteigerung von jährlich 9,3 Prozent nötig – das sei zu schaffen, wenn es keine weltwirtschaftlichen Verwerfungen gebe. Friedmann dementierte Gerüchte, Würth werde den Sitz aus Deutschland in die Schweiz verlagern. Würth hat im schweizerischen Rorschach am Bodensee seinen offiziellen zweiten Konzernsitz neben Künzelsau und hat dort das internationale Geschäft gebündelt. «Wir sind jetzt ein deutsch-schweizerisches Unternehmen», sagte er.

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