Archivierter Artikel vom 14.05.2020, 18:14 Uhr

USA verlangen Reformen

WTO-Chef Azevêdo tritt vorzeitig zurück

Die WTO befindet sich in einer auch ohne die Corona-Krise schwierigen Situation und nun legt der Chef nach sieben Jahren sein Amt früher als erwartet nieder.

WTO-Chef Azevêdo
Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, tritt vorzeitig von seinem Amt zurück.
Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa

Genf (dpa). Der Chef der Welthandelsorganisation (WTO), Roberto Azevêdo, tritt vorzeitig von seinem Amt zurück.

Er stelle seinen Posten nach sieben Jahren im Amt am 31. August zur Verfügung, teilte Azevêdo den Vertretern der Mitgliedsländer in Genf mit. Seine zweite Amtszeit wäre eigentlich noch ein Jahr länger gelaufen.

Er habe sich aus familiären Gründen zu diesem Schritt entschieden, sagte er, fügte aber hinzu: „Ich bin überzeugt, dass diese Entscheidung im besten Interesse der Organisation ist.“ Er habe keine Absicht, in die Politik zu gehen, sagte der Brasilianer.

Die WTO ist in einer tiefen Krise. Die USA blockieren seit langem die Ernennung neuer Experten für eines der Kernstücke der WTO, das Streitschlichtungssystem. Die wichtige Berufungsinstanz ist deshalb seit Dezember 2019 nicht mehr handlungsfähig.

Die USA verlangen allgemein weitreichende Reformen, ohne spezifische Forderungen auf den Tisch zu legen. Auf Kompromissvorschläge, die die Mehrheit der 164 Mitgliedsländer unterstützen, sind die USA bislang nicht eingegangen.