Archivierter Artikel vom 26.08.2010, 08:34 Uhr

Verbraucher in bester Kauflaune

Nürnberg (dpa). Das Vertrauen der Verbraucher in den Aufschwung wächst. Die Konsumlaune der Bundesbürger hat sich im August erneut verbessert. Dafür sorge vor allem das kräftige Wirtschaftswachstum, aber auch die schwindende Angst vor einem Job-Verlust.

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Konsum
Das Konsumklima ist auf dem höchsten Stand seit 14 Monaten.

Das teilte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit. Das Konsumklima sei weiter leicht im Aufwind, heißt es in der neuesten GfK-Konsumklimastudie. Diese misst allmonatlich die Verbraucherstimmung.

Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen sei allerdings nicht ausgeprägter als während der Fußball-WM, machten die Konsumforscher deutlich. Damals hatte ein Run auf Flachbildfernseher eine Sonderkonjunktur ausgelöst. In der Summe werde daher der Konsumklima- Index im September mit einem Wert von 4,1 nur um 0,1 Punkte über dem revidierten August-Wert liegen, berichtete die GfK. Dies ist dennoch der höchste Wert seit Oktober 2009.

Angesichts des überraschend guten Konsumklimas in Deutschland entwickelt sich der private Verbrauch nach Einschätzung des GfK- Konsumforschers Dirk Mörsdorf zu einem «kleinen Wachstumspfeiler». «Nach dem extrem guten zweiten Quartal ist es nicht unwahrscheinlich, dass der private Verbrauch zumindest einen kleinen Teil zum Wirtschaftswachstum beiträgt», sagte der GfK-Experte. Bisher war die GfK für dieses Jahr von einer stagnierenden Verbrauchernachfrage ausgegangen.

Ob die GfK in den kommenden Monaten ihre Jahresprognose für den privaten Verbrauch ändere, hänge davon ab, wie sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen entwickelten. Als Risikofaktoren nannte Mörsdorf beispielsweise die Preisentwicklung: «Auf steigende Preise reagieren Verbraucher sehr sensibel», sagte er. Auch sei noch unklar, wie sich die Sparmaßnahmen der Bundesregierung auf das Konsumklima und das Verbraucherverhalten auswirkten. Auch das Auslaufen der staatlichen Konjunkturprogramme könne negativ auf die Verbraucherstimmung durchschlagen, wenn Haushalte dadurch stärker belastet würden.

Nicht mehr ganz so dynamisch wie im Vormonat entwickelte sich im August die Konjunkturerwartung der Verbraucher. Der entsprechende Indikator sei um 9,8 auf 46,6 Punkte gestiegen; dies sei der höchste Wert seit August 2007 und ein Plus von 54,1 Zählern im Vergleich zum Vorjahr. «Die Verbraucher erwarten offenbar, dass die konjunkturelle Erholung kein Strohfeuer ist, sondern sich fortsetzt», meinen die GfK-Experten, die dazu monatlich bundesweit 2000 Verbraucher befragen.

Den stärksten Anstieg bei den drei Einzelindikatoren, aus denen der Konsumklimaindex gebildet wird, verzeichnet die GfK bei der Einkommenserwartung. Nach 29,1 Punkten im Juli lag der Indexwert im August bei 36,0 Punkten. Der Wert lag damit um 27,2 Punkte höher als im August des krisengeprägten Vorjahres. Die Annahme, demnächst mehr Geld im Portemonnaie zu haben, resultiert nach Einschätzung der GfK- Konsumforscher aus dem großen Wachstumsoptimismus in der Bevölkerung. Auch die niedrige Inflationsrate spiele hierbei eine Rolle.

Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen – die sogenannte Anschaffungsneigung – bewegt sich nach GfK-Bewertung auf stabil hohem Niveau. Dass dieser Index nach der Sonderkonjunktur zur Fußball-WM nicht eingebrochen sei, scheint laut GfK ein gutes Zeichen für eine nachhaltig positive Konsumstimmung zu sein. Der Index für die Anschaffungsneigung lag im August bei 27,9 Punkten, ermittelte die GfK bei der repräsentativen Befragung von 2000 Verbrauchern. Vor einem Jahr hatte der Indikator noch um 3,2 Punkte höher gelegen.