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US-Börsen: Dow nach Rekord verhalten – Nasdaq im Minus

Die Anleger haben sich am Freitag an der Wall Street weiter nervös gezeigt.

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New Yorker Börse
Die New York Stock Exchange in der der Wall Street.
Foto: Bryan Smith/ZUMA Wire/dpa

Der Dow Jones Industrial meldete sich nach seiner Vortagsschwäche zunächst mit einem erneuten Rekord von 31.648 Punkten zurück, dann aber ging der Rückenwind unter dem Eindruck wieder gestiegener Anleiherenditen verloren. Mit 31 494,32 Punkten ging er dann prozentual unverändert über die Ziellinie. Auf Wochensicht legte er um 0,1 Prozent zu.

Die Anleger blickten weiter angespannt auf die Zinsmärkte wegen der zuletzt spürbaren Inflationsbedenken. Die fortschreitende Impfkampagne stützte zwar die Erwartung einer baldigen Erholung von der Corona-Krise. Diese gilt aber neben üppigen Staatshilfen und lockerer Zinspolitik auch als Grund für die Sorgen vor künftiger Teuerung, was derzeit die Anleiherenditen in die Höhe treibt. „Hält dieser Trend, würde der Aktienmarkt dann doch etwas weniger alternativlos“, sagte Marktbeobachter Jochen Stanzl von CMC Markets.

Andere Indizes gingen nach frühen Anstiegen im Minus aus dem Handel. Der breit gefasste S&P 500 verlor 0,19 Prozent auf 3906,71 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel um 0,42 Prozent auf 13.580,78 Zähler. Weil Tech-Werte neuerdings bei den Anlegern an Stellenwert verlieren, verbuchte er verbuchte bereits den vierten Verlusttag in Folge.

Auf Unternehmensseite gab es am Freitag einige positive Nachrichten unter anderem von Applied Materials. Der Hersteller von Anlagen für die Halbleiterindustrie erfreute die Anleger mit einer robusten Prognose, woraufhin die rekordhohen Aktien um 5,3 Prozent anzogen. Derzeit füllen sich die Auftragsbücher, weil die Kunden wegen der aktuellen Knappheit an Mikrochips ihre Produktion hochfahren. In der Folge stiegen die Aktien des Wettbewerbers Lam Research um 3,6 Prozent.

Auch bei Deere läuft es derzeit rund: Der Hersteller von Land- und Baumaschinen erhöhte seine Prognose und reagierte damit auf die besser laufenden Geschäfte der Kunden aus dem Agrarsektor. Die Aktien schossen um knapp zehn Prozent hoch auf die nächste Bestmarke. Auch hier wurde mit Caterpillar ein Konkurrent mit beflügelt. Dessen Aktien blieben ebenfalls auf Rekordjagd, sie waren mit einem Anstieg um fünf Prozent der Spitzenreiter im Dow.

Was die Corona-Krise betrifft, ist die Entwicklung laut Analyst Geoff Meacham von der Bank of America weiterhin ermutigend. Die Fallraten gingen in den USA messbar zurück, und dabei spiele die Impfoffensive eine wahrscheinliche Rolle, so der Experte. Wieder mutiger wurden Anleger deshalb für die von der Krise besonders stark gebeutelte Reisebranche.

Die Papiere der Fluggesellschaften American, Delta und United rückten zum Beispiel um 2,9 bis 6,8 Prozent vor. Analyst Sandy Morris von Jefferies Research sieht derzeit perspektivische Lichtblicke mit Nachholbedarf beim Reiseverhalten. Die Säulen dafür seien Impfungen, Testmöglichkeiten und Gesundheitsausweise.

Auch in der Frage nach der weltweiten Impfstoffverteilung gab es Neuigkeiten. US-Präsident Joe Biden will die Impfinitiative Covax mit bis zu vier Milliarden US-Dollar unterstützen. Im Zuge dessen wurde bekannt, dass der Impfstoffforscher Novavax die Initiative mit einer Milliarde Impfdosen versorgen will. Dessen Vakzin befindet sich noch in finalen Studienphasen. Seine Aktien zogen um 4,8 Prozent an.

Auffällig war noch die zuletzt abgestürzte Aktie von Palantir, die nun um 15,2 Prozent in die Höhe sprang. Der Spezialist für Datenanalytik hatte seit dem Rekord Ende Januar bis zum Vortag fast die Hälfte an Wert verloren. Am Markt hieß es, mit dem Einstieg der Gesellschaft ARK Invest von Star-Investorin Catherine Wood habe das Unternehmen nun aber prominenten Zuspruch bekommen.

Der Euro hat am Freitag etwas zugelegt. Im Tageshoch war die Gemeinschaftswährung 1,2145 US-Dollar wert, mit zuletzt bezahlten 1,2117 Dollar kam der Kurs aber wieder etwas zurück. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2139 (Donnerstag: 1,2084) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8238 (0,8275) Euro.

US-Staatsanleihen sind am Freitag nach der Stabilisierung am Vortag wieder gefallen. Der Terminkontrakt für zehnjährige Treasuries (T-Note-Future) sank zuletzt um 0,23 Prozent auf 135,49 Punkte. Umgekehrt stieg die Rendite der zehnjährigen Anleihe zuletzt auf 1,34 Prozent. Mit knapp 1,36 Prozent erreichte sie nochmals ein Hoch seit einem Jahr.

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