Archivierter Artikel vom 21.02.2011, 08:00 Uhr

Unruhen in Libyen lassen Ölpreise stark zulegen

New York/London/Wien (dpa) – Die Unruhen im ölreichen Libyen haben die Ölpreise am Montag kräftig in die Höhe getrieben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent stieg zeitweise knapp über die Marke von 105 US-Dollar und damit auf den höchsten Stand seit rund zweieinhalb Jahren.

Verteilerkreuz in Libyen
Händler begründeten den Preisschub beim Öl mit den anhaltenden Unruhen in vielen arabischen Ländern.

Am Abend kostete ein Fass Brent noch 104,90 Dollar und damit 2,38 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg noch stärker um 4,25 Dollar auf 90,45 Dollar. Händler begründeten die starken Preissteigerungen am Ölmarkt mit den politischen Unruhen in Libyen.

Das nordafrikanische Land droht nach anhaltenden Massenprotesten gegen Staatschef Muammar al-Gaddafi im Chaos zu versinken. Bei Zusammenstößen zwischen Polizei und Regimegegnern sollen am Montag mehr als 60 Menschen getötet worden sein. Ein einflussreicher Stammesführer drohte damit, die Öllieferungen in den Westen binnen 24 Stunden einzustellen, sollte die Gewalt gegen die Aufständischen nicht aufhören. Das OPEC-Mitglied Libyen produziert täglich rund 1,6 Millionen Barrel Rohöl, wovon der Großteil exportiert wird.

Rohölpreisentwicklung 2007-2011