Archivierter Artikel vom 09.07.2010, 10:24 Uhr

Trichet: Können uns keine zweite Krise leisten

Frankfurt/Main (dpa). EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat weitreichende Anstrengungen zur Vermeidung künftiger Krisen angemahnt. «Diesseits wie jenseits des Atlantiks wurden 27 Prozent des BIP vom Steuerzahler in die Hand genommen, um eine Depression zu vermeiden.

Jean-Claude Trichet
«Die Krise ist noch nicht vorüber», sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet.

Wir haben das einmal getan, wir werden das nicht ein zweites Mal tun», sagte Trichet am Freitag in Frankfurt bei der Konferenz «Die EZB und ihre Beobachter». Die Europäische Zentralbank (EZB) sei absolut nicht der Meinung, dass eine Verringerung staatlicher Ausgaben das Wirtschaftswachstum bremsen werde.

«Die Krise ist noch nicht vorüber», sagte Trichet. Die Reform des Finanzsystems befinde sich in einer entscheidenden Phase. Er betonte, notwendig seien mehr Transparenz, bessere Regulierung und weniger riskante Geschäfte.

Die geplante Veröffentlichung der Ergebnisse der jüngsten europaweiten Tests zur Krisentauglichkeit von Banken («Stresstests») nannte Trichet einen «wichtigen Schritt in die richtige Richtung»: «Diese Tests werden die Transparenz erhöhen und das Vertrauen von Investoren in den europäischen Bankensektor steigern.»