Archivierter Artikel vom 18.08.2011, 13:52 Uhr
Düsseldorf

Studie: Kaum Ausländer in deutschen Chefetagen

Ausländische Manager haben es schwer beim Aufstieg in die Führungsetage deutscher Unternehmen. Nach einer Studie des Allensbach-Instituts kommen nur sechs Prozent der Topmanager aus dem Ausland.

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Bayer-Chef
Der Bayer-Vorstandsvorsitzende Marijn Dekkers gehört zu den wenigen Managern aus dem Ausland, die es zum Chef eines deutschen Großunternehmens gebracht haben.
Foto: DPA

Bei Unternehmen mit mehr als 1000 Beschäftigten sind es zehn Prozent, bei kleinen liege die Quote nur bei drei bis fünf Prozent, heißt es in einer Untersuchung, die die Personalberatung Penning Consulting in Auftrag gegeben hatte und am Donnerstag in Düsseldorf veröffentlicht wurde.

Das Ergebnis der Befragung sollte die Unternehmen aufrütteln, betonte der Gründer der Personalberatung, Stephan Penning. Der demografische Wandel führe dazu, dass in vielen Unternehmen qualifizierte Fachkräfte fehlten. Deshalb sollten mehr exzellente Bewerber aus dem Ausland angelockt werden.

Ausländer hätten es unter anderem auch deshalb schwer, in die Chefetage zu kommen, weil viele deutsche Firmen kein klares Konzept bei der Anwerbung von Arbeitskräften aus dem Ausland hätten, resümierte der Personalberater.

Bei den DAX-Konzernen hat sich inzwischen die Qualität von ausländischen Spitzenmanagern herumgesprochen. Von den Top-Unternehmen der ersten Börsenliga wird mehr als ein halbes Dutzend von Ausländern geführt.

Darunter hievte allein der Aufsichtsratschef von Bayer und RWE, Manfred Schneider, gleich zwei Manager aus dem Ausland in den Chefsessel – nämlich den US-Niederländer Marijn Dekkers bei Bayer und vor wenigen Wochen den Niederländer Peter Terium bei RWE. Außerdem werden Siemens, die Deutsche Bank, die Deutsche Börse, Henkel und der Softwareriese SAP von Ausländern geführt.