Archivierter Artikel vom 16.08.2011, 16:58 Uhr
Düsseldorf

Streiks bei Eon nicht ausgeschlossen

Im Kampf um den Erhalt von Jobs beim Energieriesen Eon schließen Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat auch Streiks nicht mehr aus. Über einen Aktionsplan werde die Gewerkschaft Verdi gemeinsam mit den Betriebsräten an den Standorten entscheiden.

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Eon
Das Eon-Management will nach wie vor bis zu 11 000 Stellen einzusparen.
Foto: DPA

Das sagte Eon-Aufsichtsrat Sven Bergelin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Darin könnten auch Streiks eingebunden werden. Für solche Maßnahmen sei es aber noch zu früh, da die Details zu den Vorstandsplänen noch nicht vorlägen. Am Nachmittag beriet der Wirtschaftsausschuss des Konzernbetriebsrates über die Absicht des Eon-Managements, bis zu 11 000 Stellen einzusparen.

Nach Angaben von Bergelin wollen die Arbeitnehmervertreter nun gemeinsam mit der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung einen Alternativplan zum Erhalt von Arbeitsplätzen beim größten deutschen Strom- und Gaskonzern erarbeiten. Wenig erfreut zeigte sich der Aufsichtsrat darüber, dass die Betriebsräte nicht in die Eon-Projektteams eingebunden seien, die jetzt über die Details der Einsparungen beraten. Bis zur nächsten Sitzung des Kontrollgremiums Anfang November sollen Einzelheiten der Sparpläne vorliegen.

Nach Gewerkschaftsangaben sind von den Personaleinsparungen allein in Deutschland 6000 Stellen betroffen. Bei einer Belegschaft von weltweit 80 000 Mitarbeitern ist jeder siebte Arbeitsplatz von den Sparplänen des Vorstands bedroht. Auf der Kippe stehen unter anderem die Standorte in München, Hannover und teilweise in Essen. Eon-Vorstandschef Johannes Teyssen hatte vor einer Woche massive Einschnitte angekündigt. Wegen der Atomwende und eines schlecht laufenden Gasgeschäfts bröckeln bei Eon die Gewinne. Ab 2015 will Teyssen jährlich 1,5 Milliarden Euro einsparen.