Archivierter Artikel vom 19.05.2010, 19:36 Uhr

Rekordverlust für Air France-KLM

Paris (dpa). Air France-KLM ist wegen der Wirtschaftskrise in schwere Turbulenzen geraten und hat den bisher schwersten Verlust verbucht. Im Geschäftsjahr 2009/10 (bis Ende März) flog der führende Luftfahrtkonzern Europas einen Betriebsverlust von rund 1,29 Milliarden Euro ein.

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Air France/KLM
In Turbulenzen geraten: Air France-KLM fuhr einen Betriebsverlust von rund 1,3 Milliarden Euro ein.

Unter dem Strich stand sogar ein Fehlbetrag von 1,56 Milliarden Euro. Er war fast doppelt so hoch wie das Minus im Geschäftsjahr zuvor (811 Mio Euro). «Das Jahr 2009/10 wird für uns das „annus horribilis“ (Schreckensjahr) bleiben», erklärte Konzernchef Pierre-Henri Gourgeon am Mittwoch. Auch der Umsatz brach um 15 Prozent auf 20,99 Milliarden Euro ein.

Für das laufende Geschäftsjahr 2010/11 rechnet Air France-KLM mit einem ausgeglichenen Betriebsergebnis. Die durch die Vulkanaschewolke verursachten Kosten und alte Geschäfte zur Absicherung gegen hohe Treibstoffpreise sollen allerdings nicht eingerechnet werden. Die Luftraumsperrungen im Frühjahr werden das Betriebsergebnis nach ersten Schätzungen mit 160 Millionen Euro belasten. Unglückliche Geschäfte zur Absicherung gegen hohe Treibstoffpreise hatten Air France-KLM bereits im zurückliegenden Geschäftsjahr 637 Millionen Euro gekostet.

Neben den Kosten für Treibstoffgeschäfte trug vor allem der Frachtbereich zum negativen Betriebsergebnis bei. In dieser Sparte musste Air France-KLM einen Verlust von 436 Millionen Euro verbuchen. Lediglich in kleineren Geschäftsbereichen wie der Wartung – und Instandhaltung wurde noch ein positives Ergebnis erzielt.

Die Märkte hatten bereits vor der Veröffentlichung der Geschäftszahlen nach Börsenschluss auf die bereits befürchteten Verluste reagiert. Der Kurs der Aktie verlor am Mittwoch knapp 5 Prozent.