Archivierter Artikel vom 07.07.2010, 16:42 Uhr

Rekordschäden bei Katastrophen

München (dpa). Naturkatastrophen wie die schweren Erdbeben in Haiti und Chile haben im ersten Halbjahr viele Tausend Menschenleben gefordert und Schäden in Rekordhöhe angerichtet.

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Hochwasser
Hochwasser-Chaos in Brasilien: Die Anzahl der Naturkatastrophen hat stark zugenommen und Schäden in Rekordhöhe angerichtet.

Von Januar bis Juni wurden 440 Naturkatastrophen-Ereignisse registriert, das war die zweithöchste Zahl in einem ersten Halbjahr seit dem Jahr 2000, wie der weltgrößte Rückversicherer Munich Re am Mittwoch in München mitteilte.

Die Schäden für die weltweite Versicherungswirtschaft summierten sich auf 22 Milliarden US-Dollar und lagen damit noch über dem bisher schadenträchtigsten ersten Halbjahr 2008. Die Volkswirtschaften trafen die Katastrophen mit 70 Milliarden Dollar, das war mehr als im gesamten Jahr 2009 und auch deutlich über dem Halbjahresschnitt der vergangenen zehn Jahre.

Bei dem Beben in Haiti waren im Januar rund 223 000 Menschen ums Leben gekommen, das war eine der höchsten Opferzahlen, die jemals registriert wurden bei einem Erdbeben. 1,2 Millionen Menschen wurden bei der Katastrophe obdachlos.

Gemessen an der Wirtschaftskraft des Landes wurde auch die Volkswirtschaft mit enormen Schäden getroffen, wie die Munich Re erklärte. Weil aber nur wenige Menschen in der Region versichert waren, fiel der Schaden für die Branche mit 150 Millionen Dollar gering aus.

Anders sah es beim Erdbeben in Chile Ende Februar aus, bei dem 521 Menschen starben. Mit einer Magnitude von 8,8 sei es global betrachtet das fünftstärkste jemals gemessene Erdbeben gewesen, es wurde 500 Mal so viel Energie freigesetzt wie bei dem Haiti-Beben. «Das zeigt, wie wichtig und wirkungsvoll es ist, mit modernen, Erdbeben angepassten Baustandards den Menschen größtmöglichen Schutz zu bieten», erklärte Höppe.

Mit versicherten Schäden von 8 Milliarden Dollar sei das Chile-Beben allerdings das bisher zweitteuerste Erdbeben für die Branche gewesen. Die dritte große Naturkatastrophe im ersten Halbjahr war das Erdbeben in China im April, das 2700 Menschenleben forderte.

Hohe Schäden hatte auch der Wintersturm Xynthia angerichtet, der Ende Februar von den Kanarischen Inseln über die Iberische Halbinsel, Frankreich und Teile Mitteleuropas hinwegzog. Mit 4,5 Milliarden Euro an volkswirtschaftlichen Schäden und 3,4 Milliarden Euro Versicherungsschaden war er das teuerste Ereignis unter den wetterbedingten Naturkatastrophen im ersten Halbjahr.