Archivierter Artikel vom 06.07.2010, 07:46 Uhr

Opel-Chef garantiert Bestand deutscher Werke

Berlin (dpa). Der Autobauer Opel will auch ohne Staatshilfe an allen deutschen Standorten festhalten. «Wir planen in Deutschland keine Werksschließungen», sagte Opel-Chef Nick Reilly in einem Interview mit der «Süddeutschen Zeitung» (Dienstag).

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Reilly
Opel-Chef Nick Reilly.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) hatte jüngst den Antrag des Autoherstellers auf Bürgschaften in Milliardenhöhe abgelehnt. Der US-Mutterkonzern General Motors (GM) kündigte daraufhin an, Opel auch ohne deutsche Hilfe zu sanieren.

Dennoch ging bei den Opelanern die Angst um, GM könne mehr als die bereits angekündigten 4000 Stellen in Deutschland abbauen. Dem erteilte Reilly nun abermals eine Absage: «Der Plan steht und er wird nicht verändert. Es ist der beste Sanierungsplan für Opel. Und General Motors wird alles alleine finanzieren.»

Der Opel-Chef machte jedoch zur Bedingung, dass die Märkte bald wieder anziehen müssten. «Einfach wird es nicht, 2011 schwarze Zahlen zu schreiben, die Sanierung kostet viel Geld. Wir rechnen mit einer schwarzen Null vor Sondereffekten für das Gesamtjahr.» Ziel des Autobauers sei es, unabhängiger vom schwachen europäischen Markt zu werden. Opel müsse neue Exportmärkte wie etwa China erschließen.

Reilly bekräftigte außerdem die Pläne für einen neuen Sportwagen, der an den Erfolg des Manta anknüpfen solle. «Bei Coupés haben wir noch eine Lücke im Portfolio. Die wollen wir schließen.» Auch das Vorhaben, einen Kleinstwagen zu bauen, werde weiter verfolgt. «Es ist noch Platz für einen Opel unterhalb des Corsas, als modisches Auto für junge Leute. Das wird nicht mehr lange auf sich warten lassen.» Reilly nannte erneut keinen Produktionsstandort für den «Junior», auf den Eisenach hofft.

Reilly gestand ein, dass das Ringen um Opels Zukunft den Wert der Marke beschädigt habe – jedoch nicht mit globalen Auswirkungen. «Hier in Deutschland hat das Opel-Image sehr gelitten; außerhalb von Deutschland so gut wie gar nicht. Ich denke, wir werden vier bis fünf Jahre brauchen, um wieder dahin zu kommen, wo wir einst waren.»