Archivierter Artikel vom 18.02.2011, 13:28 Uhr
Berlin

Ölpreis reagiert auf Unruhen

Unruhen gerade in arabischen Ländern schlagen in aller Regel sofort auf den Ölpreis durch: Die blutigen Zusammenstöße in Libyen, Bahrain oder Jemen haben den Ölpreis in den vergangenen Tagen weiter nach oben getrieben.

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Ölfeld
Khurais-Ölfeld in Saudi-Arabien: Die blutigen Zusammenstöße in Libyen, Bahrain oder Jemen haben den Ölpreis in den vergangenen Tagen weiter nach oben getrieben.

Am Freitag verharrten die Ölpreise auf hohem Niveau. «Wenn das Risiko nur leicht steigt, dass auch einem wichtigen Förderland etwas passiert, reagiert der Markt sofort», erläutert Rohstoffexperte Frank Schallenberger von der Landesbank Baden-Württemberg auch mit Blick auf Bahrains Nachbarland Saudi-Arabien. Das geschehe unabhängig davon, ob ein Übergreifen wirklich wahrscheinlich sei.

Ausschlaggebend ist die strategische Bedeutung der Region: So trug 2009 allein Saudi-Arabien nach Angaben des Minerölwirtschaftsverbands, der sich auf Zahlen der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) bezieht, rund 12 Prozent zur Welt-Erdölförderung bei. Andere Staaten in der Region sind ebenfalls wichtige Lieferanten.

So entfallen auf den Iran etwa 5,3 Prozent, auf das Nachbarland Irak und Kuwait jeweils 3,2 Prozent. Im Blickpunkt stand zuletzt auch das ölreiche Land Libyen in Nordafrika, das Opec-Mitglied ist und 2 Prozent liefert. Die zwölf Opec-Staaten zeichnen für rund 40 Prozent der weltweiten Ölproduktion verantwortlich.

Am Freitag stieg der Preis für Opec-Rohöl stieg zuletzt deutlich: Nach Berechnungen des Opec-Sekretariats vom Freitag kostete ein Barrel am Donnerstag im Durchschnitt 99,77 Dollar. Das waren 1,09 Dollar mehr als am Mittwoch. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur April-Lieferung kostete am Freitag im Mittagshandel 102,52 US-Dollar. Das waren lediglich sieben Cent mehr als am Vortag.

Rohölpreisentwicklung 2007-2011