Archivierter Artikel vom 22.06.2010, 10:44 Uhr

Enttäuschende US-Daten drücken Dax ins Minus

Frankfurt/Main (dpa). Enttäuschende Daten vom US-Immobilienmarkt haben den Dax am Mittwoch ins Minus gedrückt. Nach einem wechselhaften Verlauf notierte der deutsche Leitindex zum Börsenschluss 1,03 Prozent schwächer bei 6204,52 Punkten.

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Der MDax verlor 0,87 Prozent auf 8386,47 Punkte und der TecDax büßte 1,05 Prozent auf 772,47 Punkte ein.

Nach Angaben von IG-Markets-Analyst Patrick Pflüger verlief das späte Geschäft ruhig. In den auch für den deutschen Markt wichtigen Londoner Handelsräumen hätten die entscheidenden WM-Vorrundenspiele von England und den USA im Fokus gestanden. Die Anleger warteten zudem mit Spannung auf die Zinssitzung der US-Notenbank Fed am Abend.

Die angekündigte Übernahme des Spezialchemiekonzerns Cognis für 3,1 Milliarden Euro bescherte den Aktien von BASF gegen den Trend bescheidene Kursgewinne von 0,19 Prozent auf 46,83 Euro. Die Transaktion ist zwar keine wirkliche Überraschung, da Börsianer diesen Schritt seit längerem erwartet hatten. Analysten hätten allerdings mit einem etwas höheren Preis von 3,2 Milliarden Euro gerechnet, hieß es am Markt. Lufthansa-Titel kletterten dank positiver Analystenkommentare um 2,30 Prozent auf 12,03 Euro an die Dax-Spitze.

Dagegen gehörten die Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank zu den größten Verlierern. Börsianer verwiesen auf die allgemeine Schwäche der Bankentitel, die nach ihrem Anstieg seit Mitte Juni etwas zurückfielen. Zudem habe es negative Analystenkommentare zur Branche gegeben. Deutsche Bank verloren 1,84 Prozent auf 48,78 Euro und Commerzbank verbilligten sich um 2,54 Prozent auf 5,996 Euro. Anteilsscheine des Dax-Neulings HeidelbergCement fielen als Index- Schlusslicht um 4,13 Prozent auf 42,90 Euro. Händler verwiesen auf Berichte, der Baustoffe-Konzern könnte sich an einem Bieterkampf um die Zementsparte des indischen Wettbewerbers Murli Industries beteiligen.

Aktien von Dialog Semiconductor setzten sich mit Gewinnen von 4,97 Prozent auf 10,30 Euro an die TecDax-Spitze. Händler sprachen von vagen Gerüchten, der Halbleiterkonzern Infineon habe ein Auge auf den Schaltkreishersteller geworfen.

Die Vorzugsaktien von Villeroy & Boch stürzten außerhalb der führenden Indizes um 24,16 Prozent auf 3,883 Euro ab. Sechs deutsche Sanitärunternehmen, darunter Villeroy & Boch, müssen wegen verbotener Preisabsprachen Bußgelder zahlen. Villeroy & Boch erhielt mit 71,5 Millionen Euro die höchste Strafe – sie entspricht einem Börsianer zufolge in etwa der gesamten aktuellen Marktkapitalisierung der Vorzugsaktien.

Der EuroStoxx 50 sank um 1,50 Prozent auf 2704,80 Punkte. In Paris und London schlossen die nationalen Leitindizes mit ähnlichen Verlusten. Der New Yorker Dow Jones zeigte sich zum europäischen Handelsschluss moderat schwächer.

Am Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Rendite der börsennotierten Bundeswertpapiere auf 2,23 (Vortag: 2,25). Der Rentenindex Rex stieg um 0,22 Prozent auf 127,48 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,34 Prozent auf 128,54 Punkte hoch. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,2271 (Dienstag: 1,2258) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8149 (0,8158) Euro.