Archivierter Artikel vom 19.05.2010, 17:18 Uhr

Bosch/Siemens rechnet mit Umsatzplus

München (dpa). Der größte deutsche Hausgerätehersteller Bosch und Siemens rechnet dank der wachsenden Nachfrage nach energiesparenden Waschmaschinen, Trocknern und Spülmaschinen mit einem Umsatzplus in diesem Jahr.

Lesezeit: 2 Minuten
Bosch Siemens Hausgeräte
Nicht nur die Waschmaschinen verkaufen sich wieder besser: Die Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH (BSH) ist mit kräftigen Zuwächsen ins laufende Jahr gestartet.

Das Thema Energieeffizienz entwickele sich wegen der steigenden Strompreise zu einem Megatrend, sagte BSH-Chef Kurt-Ludwig Gutberlet in München. «Fast überall auf der Welt schauen die Kunden heute auf den Verbrauch.»

In den ersten drei Monaten 2010 legten die Erlöse des Münchner Konzerns nach einem Dämpfer 2009 weltweit bereits um mehr als zehn Prozent zu. In China kletterte der Umsatz sogar zweistellig. Kurzarbeit sei wegen der guten Geschäftslage aus heutiger Sicht für BSH kein Thema, sagte Gutberlet. Im Gesamtjahr rechnet BSH mit einem Umsatzzuwachs im mittleren einstelligen Prozentbereich und einem stabilen Gewinn.

Im vergangenen Jahr bekam Bosch und Siemens Hausgeräte die Kaufzurückhaltung der Kunden aber in vielen Ländern deutlich zu spüren. Insgesamt gingen die Erlöse um vier Prozent auf 8,4 Milliarden Euro zurück. Während der deutsche Markt gegen den Trend zulegte, brachen die Umsätze vor allem in Russland drastisch ein und auch in Nordamerika bröckelten die Erlöse weiter. «Hier machten sich nach wie vor die Auswirkungen der Finanz- und Immobilienkrise bemerkbar», sagte Gutberlet. Aus Brasilien zog sich BSH wegen enttäuschender Verkaufszahlen zurück. Wachstumstreiber bleibt Asien, wo BSH bereits mehr als zehn Prozent seines Umsatzes erwirtschaftet.

Durch Kosteneinsparungen legte der Gewinn im Jahr 2009 trotz des Umsatzrückgangs um 13 auf 324 Millionen Euro zu. Die Zahl der Beschäftigten blieb mit knapp 40 000 nahezu stabil, etwa 14 000 davon arbeiten in Deutschland. Die Produktion von Waschmaschinen in Berlin will BSH wie geplant im Jahr 2012 beenden und den Standort zu einem Forschungs- und Entwicklungszentrum umwandeln.

Überschattet wurde das Jahr 2009 durch Ermittlungen der Münchner Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Korruption. Das Magazin «Der Spiegel» hatte im vergangenen Jahr berichtet, dass das Unternehmen jahrelang mit einem ausgefeilten Gutscheinsystem den Verkauf von Waschmaschinen und Geschirrspülern gefördert haben soll. BSH werde weiterhin mit den Ermittlern kooperieren, bekräftigte Gutberlet. «Unser Ziel ist es, das Verfahren zügig abzuschließen.» Die Staatsanwaltschaft München ermittelt nach Angaben einer Sprecherin wegen Korruptionsverdachts gegen zahlreiche Personen.