Archivierter Artikel vom 18.10.2018, 06:52 Uhr

Generation ab 65

Zahl der arbeitenden Senioren steigt

Steigende Lebenserwartung, niedrige Geburtenraten: Deutschland wird alt. Ein aktueller Bericht gibt Aufschluss über eine immer größer werdende Gruppe – die Senioren.

Studierende des Seniorenkollegs an der Uni Magdeburg
Studierende des Seniorenkollegs an der Universität Magdeburg.
Foto: Jens Wolf/Archiv – dpa

Berlin (dpa). Der Anteil der arbeitenden Senioren ist in den vergangenen zehn Jahren deutlich gestiegen. Im vergangenen Jahr waren 16,1 Prozent der 65- bis 69-Jährigen erwerbstätig, wie aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervorgeht.

2007 waren es lediglich 7,1 Prozent – also weniger als die Hälfte. Am Vormittag will das Bundesamt in Berlin weitere aktuelle Zahlen zur gesellschaftlichen Teilhabe von Senioren in Deutschland vorstellen.

Die eigene Rente aufzubessern ist dafür nicht der einzige Grund. „Viele Leute wollen das und arbeiten freiwillig weiter. Es ist sehr identitätsstiftend, weiter im Arbeitsleben zu stehen“, sagt die Altersforscherin Verena Klusmann von der Universität Hamburg. „Und es ist gesellschaftlich gewollt. Man will die Älteren halten, man kann auf ihre Expertise nicht verzichten.“

Klusmann fordert, das Eintrittsalter in den Ruhestand flexibler zu gestalten. Wer gewillt sei, länger zu arbeiten, solle nicht daran gehindert werden. Andererseits müsse es möglich sein, auch früher ohne extreme Nachteile aus dem Job auszuscheiden – etwa in körperlich sehr belastenden Berufen.

Ende 2017 waren dem Statistischen Bundesamt zufolge 17,7 Millionen Menschen in Deutschland 65 oder älter. Das ist mehr als jeder Fünfte.

Statistisches Bundesamt zum Bevölkerungsstand