Archivierter Artikel vom 25.01.2021, 12:52 Uhr

Premier League

Tuchel zu Chelsea? – Chelsea trennt sich von Trainer Lampard

Nach 19 Monaten ist die Zeit von Frank Lampard als Trainer beim FC Chelsea vorbei. Nach den schwachen Leistungen der letzten Wochen entscheidet sich der Club für die Trennung. Nachfolger soll Thomas Tuchel werden. Der Deutsche äußert sich zunächst nicht.

Thomas Tuchel
Könnte neuer Trainer beim FC Chelsea werden: Thomas Tuchel.
Foto: Guido Kirchner/dpa

London (dpa). Thomas Tuchel soll übereinstimmenden Medienberichten zufolge Trainer des englischen Premier-League-Clubs FC Chelsea werden. Der 47-Jährige werde demzufolge Frank Lampard (42) ersetzen, von dem sich der Club getrennt hat.

Frank Lampard
Chelseas Coach Frank Lampard steht vor dem Aus.
Foto: Matt Dunham/AP/dpa

Der frühere Bundesliga-Trainer Tuchel war zuletzt bei Paris Saint-Germain beschäftigt, sein Vertrag in der französischen Hauptstadt war vor Weihnachten aufgelöst worden.

Die Blues hatten am Sonntag das Achtelfinale des FA Cups erreicht – unter Lampard in den vergangenen Wochen aber nur selten überzeugt. „Das war eine sehr schwere Entscheidung“, teilte Chelsea mit. „Wir sind Frank dankbar für das, was er in seiner Zeit als Cheftrainer erreicht hat. Doch die jüngsten Ergebnisse und Auftritte haben die Erwartungen des Clubs nicht erfüllt.“

Vereinsikone Lampard hatte einen Vertrag bis 2022. „Es gibt niemals einen guten Zeitpunkt, um sich von einer Clublegende wie Frank zu trennen“, hieß es, „aber nach längerer Überlegung wurde entschieden, dass ein Wechsel notwendig ist.“ Zuerst hatte der „Telegraph“ von der Trennung berichtet. Chelsea seine Profis demnach am Montag angewiesen, erst am Nachmittag auf dem Trainingsgelände in Cobham zu erscheinen.

Und Tuchel? Schon in den vergangenen Wochen hieß es in britischen Medien, der frühere Trainer des FSV Mainz 05 und von Borussia Dortmund sei nach seinem unfreiwilligen PSG-Abschied der Topfavorit auf die Nachfolge. Am Montag berichtete der Sender Sky Sports, die Verpflichtung des 47-jährigen sei fast in trockenen Tüchern. Die „Bild“-Zeitung schrieb von einer „grundsätzlichen Einigung“, die Unterschrift fehle aber noch. Chelsea wollte sich zunächst nicht zu einem Nachfolger Lampards äußern.

Die Blues befanden sich seit Wochen im Tief. Die deutschen Neuzugänge Timo Werner und Kai Havertz, die im Rahmen einer millionenschweren Transferoffensive im Sommer nach London geholt worden waren, haben ihre unumstrittenen Qualitäten bisher nur selten gezeigt. In der Premier League waren die ambitionierten Londoner auf Platz neun zurückgefallen und haben bereits elf Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Manchester United.

Seit der 1:3-Niederlage gegen Manchester City Anfang Januar, bei der die Blues beinahe chancenlos waren, stand Lampard unter Druck. Auch in der Vergangenheit waren die Chelsea-Bosse nie zimperlich, wenn es um eine Trainerentlassung ging. Das erlebten selbst Meistermacher wie José Mourinho und Antonio Conte. Und Lampard, der seit 19 Monaten im Amt ist, hatte als Coach keine Erfolge an der Stamford Bridge vorzuweisen.

Tuchel hatte PSG in der Vorsaison bis ins Finale der Champions League geführt, dort aber gegen den FC Bayern verloren. Den schwerreichen Besitzern aus Katar reichte die Erfolgsbilanz unter dem Deutschen nicht. Sie beendeten die Zusammenarbeit vor Ablauf des Vertrages Ende Juni dieses Jahres.

Vor dem Pokalspiel am Sonntag hatte sich Lampard noch trotzig geäußert. „Ich bin in erster Linie ein Kämpfer!“, sagte er vor der Partie gegen Luton. „So habe ich es geschafft, als Spieler Karriere zu machen. Als ich (als Profi) aufgehört habe, hätte ich auch einfach in den Medien arbeiten können oder mich ganz aus dem Fußball zurückziehen.“

Chelsea-Stürmer Werner hatte sich am Sonntag auf der Audio-App Clubhouse zurückhaltend zur Trainer-Debatte geäußert. „Ich weiß nicht, ob ein neuer Trainer kommt. Ich bin auch nicht berechtigt zu sagen: „Der muss weg oder es muss ein Neuer her“.“ Es habe auch unter Lampard geklappt. „In den letzten Spielen haben wir ziemlich verhalten nach vorne gespielt. Wenn sich das wieder ändert, werden wir auch wieder gewinnen.“

© dpa-infocom, dpa:210125-99-159829/7

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