Archivierter Artikel vom 05.06.2010, 00:38 Uhr

Tierischer Therapeut: Hund macht gesund

Er ist das zweitbeliebteste Haustier und der treueste Freund des Menschen. An diesem Sonntag ist sein Tag – der erste „Tag des Hundes“. Kein Vierbeiner wirkt so stark auf den Menschen wie der domestizierte Nachkomme des Wolfes. Erstaunlich, was die tierischen Therapeuten leisten. Mensch und Hund – das ist eine lange, tiefe Freundschaft. Ohne Ausnahme. Denn man lasse sich nicht beirren von der Hysterie um die sogenannten Kampfhunde, das Problem liegt nie beim Hund. Trotz vom Menschen angezüchteter – teils bösartiger – Charakterzüge hat sich der Hund seine Gutmütigkeit bewahrt.

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Zwei, die füreinander da sind: Hund und Mensch in trauter Harmonie
Zwei, die füreinander da sind: Hund und Mensch in trauter Harmonie

Er ist das zweitbeliebteste Haustier und der treueste Freund des Menschen. An diesem Sonntag ist sein Tag – der erste „Tag des Hundes“. Kein Vierbeiner wirkt so stark auf den Menschen wie der domestizierte Nachkomme des Wolfes. Erstaunlich, was die tierischen Therapeuten leisten.

Mensch und Hund – das ist eine lange, tiefe Freundschaft. Ohne Ausnahme. Denn man lasse sich nicht beirren von der Hysterie um die sogenannten Kampfhunde, das Problem liegt nie beim Hund. Trotz vom Menschen angezüchteter – teils bösartiger – Charakterzüge hat sich der Hund seine Gutmütigkeit bewahrt.

In Wahrheit sind die Schwanzwedler die reinsten Wundermittel. Durch ihre bloße Anwesenheit vermindern sie Stress und damit auch daraus resultierende Krankheiten. Hunde halten ihre Besitzer auf Trab. Kinder und Jugendliche lernen durch sie, fürsorglich zu sein und Verantwortung zu tragen. Und für kranke Seelen kann die bedingungslose Zuneigung eines Hundes Labsal sein.

All dies funktioniert aber nur, wenn der Mensch sich auf das Tier einlässt. Da sind sich Experten sicher. Wenn jemand Hunde nicht mag oder gar Angst vor ihnen hat, zieht er auch keinen Nutzen aus ihrer Anwesenheit, wie Professor Reinhold Bergler, Vorsitzender des „Arbeitskreises Heimtiere in der Gesellschaft“ in Bremen, erklärt. Doch was haben Hunde, das dem Menschen hilft?

Die Liste ist lang, hier nur zwei Beispiele: Besuche mit Hunden in Altersheimen und Krankenhäusern haben gezeigt, dass alte und kranke Menschen lebhaft auf die unkomplizierte Zuneigung der Tiere reagieren. Eine Studie mit Langzeitarbeitslosen erwies sich ebenfalls als positiv. Der Hund sorgte hierbei für einen strukturierten Tagesablauf. Der Mensch hatte keine Chance sich hängen zu lassen und etwa den ganzen Tag in die Glotze zu starren. Hunde können sich nachgewiesenermaßen in Menschen hi〜neinversetzen. So geht der sonst an der Leine zerrende Terrier, von der gehbehinderten alten Dame an der Leine geführt, plötzlich brav bei Fuß. Oder liegt Herrchen krank im Bett, schiebt der treue Vierbeiner tagelang Wache vor selbigem. Laut Buchautor Eckart von Hirschhausen aus Berlin gilt bei Krankheiten ganz allgemein: „Wer auf den Hund gekommen ist, kommt schneller wieder auf die Beine.“

Selbst zur Prophylaxe sind die tierischen Therapeuten einsetzbar. Laut einer Studie gehen Hundebesitzer wesentlich weniger zum Arzt als Menschen ohne Hund. Vor allem sind die Vierbeiner Tröster in der Einsamkeit. „Sie ersetzen menschliche Nähe“, heißt es in einer Untersuchung aus der Schweiz. So bedeutet der wuselige Jack-Russell-Terrier zwar einiges an Arbeit für die allein lebende 80-Jährige, doch im Gegenzug sorgt das Hündchen für Leben und Fröhlichkeit im Haus, vertreibt die düsteren Gedanken der alten Dame nach dem Tod ihres Mannes. So ist es denn auch nicht verwunderlich, dass ein Großteil der Hundehalter Senioren über 60 Jahre sind.

Dies sind nur wenige Beispiele dafür, welchen Nutzen eine gute Mensch-Hund-Beziehung bringen kann – wobei das tägliche Herumtollen beim Spaziergang, der aufregende Fernsehabend mit „Kommissar Rex“ und das Erbetteln eines Leckerlis beim freundlichen Briefträger nicht mal erwähnt wurden.

Von unserem Redakteur und Hundehalter Axel Müller