Archivierter Artikel vom 10.12.2012, 18:25 Uhr
Frankfurt

Sicherheit: Müssen Fußballvereine härter durchgreifen?

Gewalt und Ausschreitungen rund um deutsche Fußballstadien sind leider immer wieder Thema. Morgen stimmen die 36 Profiklubs über das Sicherheitskonzept ab. Über ein Konzept, das vor allem auf Druck der Politik zustande gekommen ist. Im RZ-Schlagabtausch tragen der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz und der Leiter der Fanabteilung von Eintracht Frankfurt ihre Argumente zum Für und Wider vor.

„Ich fühle mich sicher“, signalisieren Fans des 1. FC Kaiserslautern als Antwort auf das Sicherheitskonzept. Viele weitere entsprechende Fotos mit diesem Statement hat die Aktion „Ich fühl mich sicher“ auf ihrer Seite gesammelt.

Vor der Abstimmung über das umstrittene Sicherheitskonzept hat Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich den Druck auf die 36 Profi-Fußballklubs weiter erhöht. „Das Problem ist, dass einige Vereine das Thema nicht ernst nehmen. Es kann nicht sein, dass einige Vereine sagen: Gewalt im Fußball? Nie gehört!“, sagte der CSU-Politiker Friedrich „Sport Bild Plus“. Allerdings bestreiten auch die Vereinsvertreter, die das Konzept im Vorfeld kritisch kommentiert haben, die Existenz von Gewalt im Fußball nicht. Sie halten nur die Maßnahmen für nicht angemessen und wenig zielführend.

Ligapräsident Reinhard Rauball nahm die Vereine vor der Mitgliederversammlung morgen in Frankfurt in die Pflicht: „Wir brauchen eine Entscheidung und keine Verschiebung.“ Rauball, zugleich Präsident von Borussia Dortmund, erklärte er der „Bild“-Zeitung, die das Thema seit Wochen kocht: „Es geht um die Frage: Können die Profiklubs ihre Hausaufgaben eigenverantwortlich machen und selbstbewusst gegenüber Politik und Polizei auftreten?“ Verantwortliche der Deutschen Fußball Liga sagen, dass sie fest davon ausgehen, dass das 37-seitige Papier verabschiedet wird. Einige Vereinsvertreter wollen hingegen für einen Aufschub der Abstimmung plädieren. Innen- und Sportminister Roger Lewentz fordert die Vereine zum Handeln auf, Fan-Vertreter Stefan Minden kritisiert, dass die Pläne nur zu Radikalisierung führen werden.

Die Debatte hat die Fans zum Protest mobilisiert. So hat die Aktion „12:12 – Ohne Stimme keine Stimmung“ erreicht, dass angelehnt an das Datum 12.12. mit entsprechend langem Stimmungsboykott in allen Stadien der beiden ersten Ligen Stille die vermeintlich drohende Fußballzukunft skizzierte. Dieses Video der Nürnburger Ultras illustriert nicht nur eindrucksvoll den Unterschied, es zeigt auch den Aufwand und die Vorbereitungen für eine Choreografie.

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Als Reaktion ist auch eine Initiative „Ich fühle mich sicher“ entstanden. Auf der Seite haben sich bislang mehr als 70.000 Fußballfans in eine Liste eingetragen und damit erklärt, sich „schon jetzt und ohne Konzeptpapier sicher in Deutschlands Stadien“ zu fühlen.