Schlappe für Lega

Salvini erlebt bei Regionalwahl in Italien Niederlage

Er wollte den „Supersieg“, nun kommt die Enttäuschung: Italiens lautstarkem Oppositionschef Matteo Salvini gelingt bei einer wichtigen Regionalwahl doch nicht der erhoffte Schlag gegen die Regierung in Rom. Doch seine Rivalen können nicht wirklich aufatmen.

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Matteo Salvini
Matteo Salvini spricht während einer Wahlkampfveranstaltung in der Emilia-Romagna.
Foto: Stefano Cavicchi/LaPresse/AP/dpa

Rom (dpa). Italiens Oppositionsführer Matteo Salvini hat mit seiner rechtspopulistischen Lega eine wichtige Regionalwahl in Italien nach Auszählung fast aller Stimmen verloren.

In der Emilia-Romagna unterlag die Lega-Kandidatin Lucia Borgonzoni am Sonntag mit 43,6 Prozent dem Mitte-Links-Kandidaten der Sozialdemokraten, Stefano Bonaccini mit 51,4 Prozent.

Die Wahl galt als entscheidender Test für die angeschlagene Regierungskoalition aus Fünf-Sterne-Bewegung und Sozialdemokraten (PD) in Rom. Zwar versanken die Sterne fast vollständig und kamen nur auf 3,4 Prozent. Aber ein Sieg Salvinis in der industriestarken Region in Norditalien, die seit ihres Bestehens in linker Hand ist, hätte dessen Machtanspruch auf nationaler Ebene weiteren Nachdruck verliehen. Er wäre außerdem eine ernsthafte Gefahr für die Koalition in Rom gewesen. Am Montagmorgen waren 4485 von 4520 Wahlbezirken ausgezählt.

Die Koalition aus Sternen und Sozialdemokraten regiert seit September 2019. Die beiden ungleichen Parteien hatten sich zusammengeschlossen, nachdem der damalige Innenminister Salvini das vorherige Bündnis mit den Sternen aufgekündigt hatte. Beide Parteien kämpfen mit internen Streitigkeiten und schlechten Umfragewerten und haben bei mehreren Regionalwahlen schwere Schlappen hinnehmen müssen. Bei der Parlamentswahl 2018 waren die Sterne noch auf fast 33 Prozent gekommen. Salvini dringt auf Neuwahlen, die er ausweislich guter Umfragewerte gewinnen könnte.

Die Wahlbeteiligung fiel in der Emilia-Romagna mit mehr als 67 Prozent fast doppelt so hoch aus wie bei der letzten Wahl. Aus der Region stammt auch die „Sardinen“-Bewegung, die gegen Hassreden von Rechts mobil macht und international für Aussehen gesorgt hat.