Archivierter Artikel vom 06.10.2011, 06:00 Uhr

RZ-Kommentar: Wer hat letztlich wen verändert?

Afghanistan zu verändern, war der Ansatz, als der Einsatz vor zehn Jahren begann. Vielen Beteiligten mag man unterstellen, dass sie gute Absichten hatten: Menschenrechte, Bildung, weniger Armut. Nach 20 Jahren Krieg schien es nach westlichem Verständnis nur logisch, dass die Afghanen dies mit offenen Armen und Herzen annehmen würden. Doch der schnelle Wandel blieb aus, der Demokratie-Export scheiterte.

Autor: Peter Lausmann
Es kommentiert unser Redakteur Peter Lausmann.

Afghanistan zu verändern, war der Ansatz, als der Einsatz vor zehn Jahren begann. Vielen Beteiligten mag man unterstellen, dass sie gute Absichten hatten: Menschenrechte, Bildung, weniger Armut.

Nach 20 Jahren Krieg schien es nach westlichem Verständnis nur logisch, dass die Afghanen dies mit offenen Armen und Herzen annehmen würden. Doch der schnelle Wandel blieb aus, der Demokratie-Export scheiterte. Wenn man nach zehn Jahren Bilanz zieht, dann erkennt man, dass Afghanistan den Westen in vielen Bereichen ebenso stark verändert hat wie der Westen das Land am Hindukusch.

Jeder, der dort war, wird die Eindrücke nie vergessen, sie verfolgen bis in die Träume – auch ohne Traumatisierung. Für viele Afghanen wird es hingegen eine Episode bleiben. Dort sagt ein Sprichwort: „Ihr im Westen habt die Uhren, wir haben die Zeit.“ Das archaische Afghanistan hat bislang alles ausgesessen.

E-Mail an: peter.lausmann@rhein-zeitung.net