Archivierter Artikel vom 11.01.2011, 05:37 Uhr

Marcus Schwarze zu zehn Jahren Wikipedia

Es wimmelt von merkwürdigen Begriffen bei der Wikipedia, nehmen wir nur mal wahllos den Zügelfransenlipper (einen Fisch), das Zügelstreif-Nagelkänguru oder das Zündhütle (einen Turm in Karlsruhe). Als Experiment habe ich mich aus Gag dran versucht, einen Neueintrag in der Enzyklopädie zu schaffen – und bin grandios gescheitert.

Es wimmelt von merkwürdigen Begriffen bei der Wikipedia, nehmen wir nur mal wahllos den Zügelfransenlipper (einen Fisch), das Zügelstreif-Nagelkänguru oder das Zündhütle (einen Turm in Karlsruhe). Als Experiment habe ich mich aus Gag dran versucht, einen Neueintrag in der Enzyklopädie zu schaffen – und bin grandios gescheitert.

Als Journalist war mir in einem Fachbeitrag der Begriff des „Bratwurstjournalismus“ aufgefallen: einer Bezeichnung für eine Berichterstattung, in der ein Satz steht wie: „Der Wettergott war gnädig, die Bratwurst lecker, das Bier kühl.“ Quasiwissenschaftlich also: „Bratwurstjournalismus ist eine meist in lokalen Massenmedien gebräuchliche journalistische Darstellungsform, die vorwiegend unkritisch und ohne Nachrichtenwert über gesellschaftliche Ereignisse auf lokaler Ebene berichtet.“

Doch hatte ich bei der Wikipedia die Rechnung ohne die Administratoren gemacht: Schon sechs Minuten später ging der erste Löschantrag ein. Der Beitrag sollte wegen Irrelevanz getilgt werden. Das Ende vom Lied: gelöscht. Der Begriff sei einfach nicht relevant genug, zumal er in Tageszeitungen praktisch kaum gebraucht werde.

Zumindest Letzteres stimmt nun nicht mehr – wie die Rhein-Zeitung heute zwecks Veranschaulichung des Themas beweist.

Y Unser neues Redaktionsmitglied hat einen eigenen Wikipediaeintrag: http://ku-rz.de/msc. Seine E-Mail-Adresse: marcus. schwarze@rhein-zeitung.net