Archivierter Artikel vom 09.12.2013, 06:00 Uhr

Lindner: FDP ist kein Anhängsel der Union

Berlin/Rheinland-Pfalz – Der neue FDP-Chef Christian Lindner will die Liberalen mit Attacken auf Schwarz-Rot und einem eigenständigen Kurs 2017 zurück in den Bundestag bringen. Als Lehre aus dem historischen Absturz bei der Wahl werde die FDP kein Anhängsel der Union mehr sein: „Wir haben unseren eigenen Kompass. Wir brauchen keine Leihstimmen“, sagte Lindner bei einem Sonderparteitag.

Christian Lindner ist neuer Parteichef der Liberalen.
Christian Lindner ist neuer Parteichef der Liberalen.
Foto: DPA

Union und SPD warf er Bevormundung der Bürger vor. Der 34-jährige Lindner gilt als letzter Hoffnungsträger der FDP, die erstmals in ihrer Geschichte nicht mehr im Parlament vertreten ist. Der bisherige Bundesvize und nordrhein-westfälische Landesvorsitzende erhielt rund 79 Prozent der Stimmen.

Als einen Grund für den Niedergang nannte Lindner das Betteln um Zweitstimmen von Unionswählern. Es sei schon falsch gewesen, Wahlkampf für Helmut Kohl zu machen. Das gelte auch für Angela Merkel. Das alte Lagerdenken sei nun Geschichte: „Wir definieren uns nicht mehr über die Nähe oder Ferne zu irgendeiner anderen Partei.“

Vor mehr als 600 Delegierten, die teils schonungslos und emotional den Zustand der Partei analysierten, stellte Lindner seine Strategie vor. Die Partei werde Anwältin von sozialer Marktwirtschaft, Rechtsstaat und Toleranz bleiben. Flügelkämpfe oder einen Rechtsruck werde er verhindern. Wenn die FDP den „Euro-Hassern“ der AfD hinterherlaufe, „verlieren wir unsere Seele“, mahnte er die Freidemokraten. Aus den Reihen der rheinlandpfälzischen Liberalen wurde Landeschef Volker Wissing als Beisitzer ins Präsidium gewählt.

Manuel Höferlin und Daniela Schmitt sind Mitglieder im Vorstand.