Archivierter Artikel vom 06.08.2011, 17:30 Uhr

Land der Baustellen

Im knapp 13 000 Kilometer langen Autobahnnetz in Deutschland gibt es zahlreiche Baustellen – eigentlich gibt es aber noch viel mehr zu tun. Die Bundesfernstraßen, zu denen auch die Bundesstraßen gehören, stecken in einem Investitionsstau: Rund 2 Milliarden Euro pro Jahr werden zusätzlich für dringende Projekte benötigt.

Im knapp 13 000 Kilometer langen Autobahnnetz in Deutschland gibt es zahlreiche Baustellen – eigentlich gibt es aber noch viel mehr zu tun. Die Bundesfernstraßen, zu denen auch die Bundesstraßen gehören, stecken in einem Investitionsstau: Rund 2 Milliarden Euro pro Jahr werden zusätzlich für dringende Projekte benötigt.

Neuralgische Punkte sind zum Beispiel die rund 39 000 Brücken. Viele müssen seit 30 oder sogar 50 Jahren Erschütterungen durch tonnenschwere Lastwagen standhalten. Für die Sanierung von 300 besonders belasteten Brücken stellt der Bund in diesem Jahr 674 Millionen Euro bereit, mehr als doppelt so viel wie im Schnitt der Vorjahre.

Die Liste mit weiteren Sanierungsprojekten ist lang, wie es im Bundesverkehrsministerium heißt: Aus allen Teilen Deutschlands gibt es Wünsche nach 850 Ortsumgehungen, 850 Kilometern neuer Autobahnen und 1650 Kilometern Autobahnausbau von vier auf sechs oder mehr Spuren.

Angesichts der Haushaltskonsolidierung hat Verkehrsminister Peter Ramsauer klargemacht, dass künftig der Erhalt wichtiger als der Neubau ist. Dafür müssten Mittel auch umgelenkt werden. „Es gibt nahezu keinen Spielraum für neue Spatenstiche.“ Ein wichtiger Einnahmefaktor ist die Lkw-Maut, die künftig komplett der Straße zugutekommt. In diesem Jahr sollen daraus rund 3,1 Milliarden Euro und im kommenden Jahr 3,5 Milliarden Euro in den Straßenbau fließen.