Archivierter Artikel vom 25.07.2016, 20:45 Uhr

Hintergrund: Die Bombenexplosion in Ansbach

Was wir bisher wissen:

  • Vor einem der Zugänge des „Ansbach Open 2016“ sprengt ein Mann am Sonntag gegen 22 Uhr eine Bombe, 15 Menschen werden verletzt, drei davon schwer.
  • Der Mann wollte die Bombe mit scharfkantigen Metallteilen in seinem Rucksack bei einem Konzert mit 2500 Besuchern zünden. Ihm wurde aber der Einlass verwehrt.
  • Bei dem Täter handelt es sich um einen 27 Jahre alten Mann aus Aleppo in Syrien. Im August 2014 stellte er in Deutschland einen Asylantrag. Mit Bescheid vom 2. Dezember 2014 wurde der Asylantrag abgelehnt.
  • Im Verfahren wurden Registrierungen in anderen EU-Staaten festgestellt. Demnach gab es einen registrierten Antrag in Bulgarien und später in Österreich. Bulgarien teilt mit, dass der Mann dort einen Flüchtlingsschutz zuerkannt bekommen hat.
  • Der Antrag wurde vor einem Jahr abgelehnt, der Mann lebte mit einer Duldung in Ansbach. Er war in einem ehemaligen Hotel in Ansbach untergebracht. Innerhalb von Ansbach hat der Täter zweimal die Wohnung gewechselt.
  • In der Asylunterkunft des Täters fanden Ermittler einen Benzinkanister mit Diesel sowie Salzsäure, Alkoholreiniger, Lötkolben, Drähten, Batterien und Kieselsteine, außerdem einen Laptop mit gewaltverherrlichenden Bildern, die in Verbindung zum IS stehen. Auf einem Handy des Mannes gibt es eine Anschlagsdrohung als Video, sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU). Der Täter kündige einen Racheakt gegen Deutsche an – als Vergeltung, weil sie Muslime umbrächten. Aus einer ersten Übersetzung des arabischen Textes geht hervor, dass der Täter nach eigener Auffassung im Namen Allahs handelt.
  • Der Mann war öfter in psychiatrischer Behandlung, hieß es. Er soll bereits zweimal versucht haben, sich das Leben zu nehmen.
  • Der Täter ist nach Angaben der Polizei schon früher strafrechtlich in Erscheinung getreten. Er war wiederholt auffällig geworden, unter anderem wegen eines Drogendelikts, sagte Herrmann.