Archivierter Artikel vom 11.02.2016, 21:37 Uhr

Fünf plus eine Frage an Außenminister Steinmeier

Großes Erlebnis für fünf kleine Reporter: Ehe sich Frank-Walter Steinmeier dem Interview mit unserem Chefredakteur und unserer Chefreporterin stellte, durfte ein Schüler-Quintett der IGS Johanna Loewenherz Neuwied dem Bundesaußenminister im Rahmen unserer Wahlzeit fünf Fragen stellen.

Die Schüler und ihr Interviewpartner, Frank-Walter steinmeier.
Die Schüler und ihr Interviewpartner, Frank-Walter steinmeier.
Foto: Jens Weber

Danyel Eskiocak, 10 Jahre

Ist Ihnen auf Reisen schon einmal etwas Peinliches passiert?

Ja. Mir ist schon einmal eine Hose kaputtgegangen. Aber einer meiner Mitarbeiter hat es gemerkt, und da ich immer mehrere Anzüge dabeihabe, konnte ich sie noch rechtzeitig wechseln. Es gab auch bestimmt noch andere peinliche Situationen. Aber die verschweige ich jetzt lieber …

Max Schneider, 11 Jahre

Können Sie auf Ihrem Telefon eine Kurzwahltaste drücken, und am anderen Ende heben Obama oder Putin ab?

Nein. Da muss man auch ein bisschen unterscheiden: Man hat Kollegen, mit denen man regelmäßig arbeitet, und man hat auch Freunde. Bei euch ist das ja auch so: Ihr habt Schulkameraden in eurer Klasse, könnt aber auch nicht jeden gleich gut leiden. Nur die, die man besonders gut leiden kann, denen gibt man auch seine Telefonnummer. Aber ich gehe damit eher sparsam um, und meine Kollegen handhaben das auch so. Es ist ganz gut, wenn man nicht von jedem zu jeder Zeit angerufen werden kann. Fünf bis zehn Leute rund um die Welt haben meine Telefonnummer, und ich habe ihre. Aber die von dir genannten sind nicht dabei.

Sinah Hammes, 10 Jahre

Gibt es Freundschaften unter Politikern aus verschiedenen Ländern?

Ja, die gibt es. Das hängt manchmal davon ab, wie viel Zeit man miteinander verbringt. Die Europäische Union hat 28 Staaten. Da gibt es vielleicht vier Kollegen, die seit vielen Jahren Außenminister sind, so wie ich. Ich arbeite jetzt etwa sieben Jahre lang in diesem Amt. Mein luxemburgischer Kollege Jean Asselborn hat ein Jahr vor mir angefangen. Wenn man dann so lange miteinander arbeitet und dann auch noch beide Länder Nachbarn sind, dann bilden sich auch Freundschaften, die es aber auch rund um den Erdball gibt. Mein amerikanischer Kollege John Kerry ist jemand, mit dem ich gern privaten Umgang habe und abends nach einer Besprechung auch mal ein Bier oder ein Glas Wein trinke.

Celina Wranik, 10 Jahre

Wozu braucht Deutschland einen Außenminister?

Ich glaube, wenn man abends die Fernsehnachrichten schaut, dann wird einem gerade derzeit oft bewusst, warum Außenminister wichtig sind. Es gibt viele Kinder in Syrien, in Libyen oder im Irak, die so alt sind wie ihr, die nichts zu essen haben und bedroht werden von Krieg und Gewalt. Um das zu beenden, braucht man Außenminister. Man braucht Menschen, die verhandeln können, die sich mit anderen zusammensetzen und darauf hinweisen, dass das mit den Bomben nichts bringt. Und das macht ein Außenminister.

Noah Neumann, 10 Jahre

Sind Sie regelmäßig bei Ihrer Familie?

Meine Familie findet das nicht (lacht). Ich bin schon regelmäßig da, aber die Zeitabstände sind manchmal sehr groß. Diese Woche bin ich nur am Montagabend zu Hause gewesen. Am Mittwoch bin ich nachts um 1 Uhr nach Hause gekommen und morgens um 7.30 Uhr wieder gefahren. Also: ein Tag in dieser Woche. Das ist nicht immer so, aber leider häufiger. Aber meine Tochter ist ein bisschen älter als ihr, sie ist mittlerweile 19, studiert und wohnt auch nicht mehr zu Hause. Sie vermisst mich vermutlich nicht mehr so intensiv.