Archivierter Artikel vom 15.01.2020, 17:44 Uhr
Halle

Bundestagsabgeordneter

Einschusslöcher in Büroscheibe des SPD-Politikers Diaby

Das Büro des SPD-Bundestagsabgeordneten Karamba Diaby in Halle ist angegriffen worden. Ein Polizeisprecher sagte am Mittwoch, dass Einschusslöcher an der Scheibe des Bürgerbüros festgestellt wurden.

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Karamba Diaby
Karamba Diaby (SPD) im Bundestag: Das Büro des Abgeordneten in Halle ist beschossen worden.
Foto: Jörg Carstensen/dpa

Diaby selbst schrieb auf Twitter: „Eine Büroscheibe mit meinem Konterfei weist mehrere Einschusslöcher auf.“ Die Polizei nannte zunächst keine weiteren Details.

Außenminister Heiko Maas reagierte empört. „Einfach unfassbar. Widerlich und feige. Volle Unterstützung, auch für das gesamte Team“, schrieb der SPD-Politiker auf Twitter. „Wir werden weiter an Eurer Seite für eine freie, tolerante und vielfältige Demokratie eintreten. Jetzt erst recht!“

In den vergangenen Wochen hatte es wiederholt Angriffe und Gewaltandrohungen von Rechtsextremisten gegen Politiker gegeben.

Ein Mitarbeiter Diabys sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir haben heute Morgen festgestellt, dass in einer ungefähr drei Meter hohen und vier Meter breiten Scheibe fünf größere Löcher waren.“. Bereits 2015 wurde im Bürgerbüro des im Senegal geborenen Parlamentariers die Schaufensterscheibe eingeworfen.

Nach dem Angriff auf das Bürgerbüro in Halle bekundeten zahlreiche Menschen ihre Solidarität. „Ich bin ehrlich geschockt, zu welchen Mitteln feige Kriminelle greifen, um Andersdenkende einzuschüchtern“, schrieb die SPD-Chefin Saskia Esken am Mittwoch auf Twitter. „Ich bin mit meinen Gedanken bei Dir und Deinem Team“. Auch ihr Amtskollege Norbert Walter-Borjans teilte auf Twitter mit, an der Seite Diabys zu stehen.

Die Berliner Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD) schrieb: „Volle Solidarität. Was mich so wütend macht: Jetzt empören wir uns alle und in ein paar Tagen ist das vergessen.“ Sie frage sich jeden Tag, was noch passieren müsse, bis alle aufwachten. Bundesjustizministerin Katarina Barley bezeichnete Diamby als einen Demokraten, „wie er im Buche steht“.

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