Unwetter

Dutzende Tote nach Hurrikan „Ida“ und Starkregen in den USA

Der Süden und der Nordosten der USA kämpfen mit den Folgen von Hurrikan „Ida“. Präsident Biden reist nach New Orleans ins besonders getroffene Louisiana. Und im Westen wüten weiter Waldbrände.

New Jersey
In Manville in New Jersey steht das Wasser am Tag nach dem Regen noch immer hüfthoch.
Foto: Carlos Gonzalez/AP/dpa

Washington/New York (dpa) – Die Aufräumarbeiten nach den verheerenden Unwettern mit Dutzenden Toten infolge von Hurrikan „Ida“ gehen in mehreren US-Bundesstaaten weiter. Vielerorts stehen Häuser, Straßen und Bahnstrecken noch unter Wasser, wie US-Medien in der Nacht zum Freitag (Ortszeit) berichteten.

Ortschaft unter Wasser
Ein Satellitenbild zeigt das besonders von Überflutungen betroffene Manville in New Jersey.
Foto: Uncredited/Maxar Technologies/AP/dpa

Hunderttausende Einwohner seien noch ohne Strom. Die Schäden gingen in die Milliarden. Präsident Joe Biden will im Laufes des Tages das Katastrophengebiet im Süden des Landes besuchen.

Folgen des Hurrikans
In Louisiana hat Hurrikan «Ida» viel Verwüstung hinterlassen.
Foto: David J. Phillip/AP/dpa

Bei heftigen Regenfällen und Überflutungen kamen nach Angaben der Notdienste am Mittwoch und Donnerstag allein im Nordosten des Landes 46 Menschen ums Leben, darunter 23 in New Jersey, 16 in der Stadt New York und im Umland, 5 in Pennsylvania und je einer in Connecticut und Maryland. Zudem richteten nach Angaben des Nationalen Wetterdienstes (NWS) mindestens acht Tornados schwere Schäden an, vor allem in New Jersey. 13 weitere Tote waren nach dem Eintreffen von „Ida“ am Sonntag in den Bundesstaaten Louisiana und Mississippi gemeldet worden, so dass es bislang mindestens 59 Todesopfer gibt.

Rekordniederschlag im Nordosten
Im Bundesstaat New Jersey wird an einem Fluss das Hochwasser gemessen.
Foto: Eduardo Munoz Alvarez/AP/dpa

Hunderttausende im Süden ohne Strom

Starkregen in New York
Überschwemmungen auf der New Yorker Upper East Side.
Foto: -/New York City Police Department/AP/dpa

Wie das Weiße Haus ankündigte, wird Biden nach New Orleans in Louisiana reisen. Allein dort sind weiter rund 850.000 Haushalte und Firmen ohne Strom, wie aus Daten der Webseite poweroutage.us hervorging. „Ida“ hatte als Hurrikan der Stärke vier (von fünf) zunächst im Süden der USA Verwüstung angerichtet. Dann schwächte sich der Sturm über Land ab und zog nach Nordosten weiter.

Nach den Regenfällen
Eine Frau fotografiert das Hochwasser in Philadelphia.
Foto: Matt Rourke/AP/dpa

Innerhalb kürzester Zeit wurden bei dem Unwetter dort am Mittwochabend Straßen zu reißenden Flüssen, Menschen wurden in ihren Autos von den todbringenden Wassermassen eingeschlossen. „Es ist absolut herzzerreißend“, sagte die Gouverneurin des Bundesstaats New York, Kathy Hochul. Sie sprach bei CNN von einem „verheerenden Ereignis“ und „unerwarteten sintflutartigen Regenfällen“. Im New Yorker Central Park etwa gingen binnen einer Stunde 80 Millimeter Regen nieder – die erst Ende August erreichte historische Höchstmarke für New York von 49 Millimetern wurde damit regelrecht pulverisiert.

„Wir sind in einer Ära, in der historische Regenfälle die Normalität werden“, sagte Hochul. „Das wird kein seltenes Ereignis mehr sein.“ In der Stadt New York, im gleichnamigen Bundesstaat sowie in New Jersey wurde der Notstand ausgerufen.

Biden: „Klimakrise ist da“

Das Weiße Haus hatte Bidens Besuch im Katastrophengebiet in New Orleans am Mittwochnachmittag angekündigt – wenige Stunden vor den desaströsen Regenfällen im Nordosten. Biden sagte am Donnerstag, bei „Ida“ habe es sich um den fünftstärksten Hurrikan in den USA seit Beginn der Aufzeichnungen gehandelt. In Kalifornien im Westen der USA wüten zudem weiterhin heftige Waldbrände. Biden sagte den Betroffenen der Naturkatastrophen Unterstützung zu.

„Hurrikan „Ida“, die Waldbrände im Westen und die beispiellosen Überschwemmungen in New York und New Jersey in den vergangenen Tagen sind eine weitere Erinnerung daran, dass die Klimakrise da ist“, schrieb Biden auf Twitter. „Wir müssen besser vorbereitet sein.“ Die Infrastruktur müsse den verschärften Bedingungen angepasst werden. Der US-Präsident rief den Kongress dazu auf, entsprechende Gesetze zu verabschieden. Biden hat den Kampf gegen den Klimawandel zu einem seiner wichtigsten Ziele erklärt.

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