Atomkraft

Drei Kernkraftwerke abgeschaltet – Atomausstieg rückt näher

Deutschlands Atomausstieg geht in die letzte Phase: Für die AKW Brokdorf, Grohnde und Gundremmingen C ist bereits Schluss. Jetzt laufen nur noch drei Kernkraftwerke.

Atomausstieg
Atomkraftgegner feiern mit einem nachgebauten Hebel das Abschalten des Atomkraftwerks Grohnde.
Foto: Julian Stratenschulte/dpa

Berlin (dpa). Countdown für den Atomausstieg: Am Silvesterabend sind drei der sechs verbliebenen Kernkraftwerke in Deutschland abgeschaltet worden. Die letzten drei Meiler sollen in genau einem Jahr vom Netz gehen – dann wäre der Ausstieg offiziell beendet.

Die AKW in Brokdorf (Schleswig-Holstein), Grohnde (Niedersachsen) und Gundremmingen (Bayern) wurden nach Angaben der Betreiber in den letzten Stunden von 2021 stillgelegt. Der gesetzlich vorgeschriebene Rückbau der Atomkraftwerke wird noch viele Jahre in Anspruch nehmen – in Brokdorf etwa bis 2040.

AKW Grohnde lief 36 Jahre

In Grohnde sei die Anlage nach rund 36 Betriebsjahren abgeschaltet worden. Mit fast 410 Milliarden Kilowattstunden habe sie so viel Strom produziert wie kein anderer Kraftwerksblock weltweit, teilte der Betreiber PreussenElektra mit. Knapp 100 Atomkraftgegner feierten den historischen Moment der Abschaltung mit Anti-Atomkraft-Fahnen und Wunderkerzen. In Gundremmingen trennte die Schichtmannschaft den Generator von Block C um 20.00 Uhr vom Stromnetz, wie der Energiekonzern RWE mitteilte.

Damit liefern 2022 nur noch drei Atomkraftwerke in Bayern, Baden-Württemberg und Niedersachsen Strom. Auch danach weiter betrieben werden dürfen allerdings zwei Anlagen, die Brennstoff und Brennelemente für den Export herstellen.

Den Ausstieg aus der Kernenergie hatte die damalige Bundesregierung im Jahr 2011 nach dem Atomunglück im japanischen Fukushima besiegelt. Neuerdings äußern sich allerdings wieder mehr Befürworter der Kernenergie, weil dadurch – anders als bei der Stromproduktion etwa aus Kohle – deutlich weniger klimaschädliches Kohlendioxid entstehe.

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