Archivierter Artikel vom 13.07.2012, 09:56 Uhr
Rheinland-Pfalz

Demografie – was tun? Beispiele aus Rheinland-Pfalz

Demografischer Wandel ist in Rheinland-Pfalz längst kein Fremdwort mehr. Schon seit Jahren versuchen die Verantwortlichen in den Verwaltungen, aber auch Bürger und Unternehmen, Familien aufs Land zu locken und die Infrastruktur an die sich wandelnde Gesellschaft anzupassen.

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Das Land altert: Bis 2060 ist mehr als jeder dritte Rheinland-Pfälzer älter als 65, nur noch 15 Prozent sind jünger als 20 Jahre.
Das Land altert: Bis 2060 ist mehr als jeder dritte Rheinland-Pfälzer älter als 65, nur noch 15 Prozent sind jünger als 20 Jahre.
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Hier einige Beispiele:

  • Babyprämien gibt es mittlerweile in vielen Kommunen. Vorreiter war 2005 die Gemeinde Ellern (Rhein-Hunsrück-Kreis), was damals bundesweit für Schlagzeilen sorgte. 1000 Euro gibt es dort derzeit für jedes Neugeborene, dazu weitere Sachleistungen wie beispielsweise ein Kinderbett.
  • Auf diesen Spuren wandelt seit Ende 2009 auch Mastershausen. Dort gibt es 500 Euro per Scheck und weitere 500 Euro als Gutschein für heimische Handwerksleistungen.
  • Indirekt fördert auch die Kreisstadt Simmern junge Familien. In einem Neubaugebiet verringert sich der Preis für einen Bauplatz um 2000 Euro pro Kind.
  • Hilfestellung für Familien gibt es auch in der Verbandsgemeinde Mendig (Kreis Mayen-Koblenz). So müssen Familien mit Kindern in der Verwaltung deutlich kürzer auf Termine warten.
  • In der Verbandsgemeinde Pellenz gibt es das Angebot „Angekommen – Angenommen“, bei dem ein ehrenamtlicher Mitarbeiter Familien Tipps bei der Suche nach einer Kindertagesstätte oder für Behördengänge gibt.
  • Die Infrastruktur verbessern will die Kampagne „Anschluss Zukunft“, an der sich 30 Firmen aus dem Kreis Altenkirchen beteiligen. Sie fordert von der Politik den raschen Ausbau der Hauptverkehrsachsen. Das Motto: „Nur wo Wirtschaft ist, herrscht Leben.“
  • Die Lebensqualität auf dem Land hoch halten will eine Initiative des Kreistags im Westerwaldkreis. Elf Handlungsfelder sollen auf breiter Basis in den Gemeinden sowie in Bürgerforen diskutiert werden: Dazu gehören die Ortsentwicklung, Wohnen zu Hause, Betreuung und Pflege, Hospizdienste und Palliativversorgung oder die Pflegebedarfsplanung.
  • Die Kreisverwaltung des Westerwaldkreises ist einer von elf Standorten im Land für die Qualifizierung und Begleitung von ehrenamtlichen Seniorentrainern. Sie sollen künftig Hilfesuchenden als Ansprechpartner dienen und gemeinsam mit der Seniorenleitstelle des Kreises Lösungen finden.
  • Einen Generationenvertrag schließen Alt und Jung in Oberfell (Kreis-Mayen-Koblenz). Dort soll ein Zentrum für ältere Menschen gebaut werden. Ein Bürgerverein, dem Menschen aus allen Generationen angehören, soll die Senioren im Alltag unterstützen. Solange sie können, übernehmen sie Fahr- und Begleitdienste, Gartenarbeiten oder Hausarbeiten für ältere Menschen. Dafür bekommen sie Zeitpunkte gutgeschrieben und können fest damit rechnen, Hilfe zu erhalten, wenn die eigene Kraft nachlässt.

Von unseren Reportern