Archivierter Artikel vom 04.02.2016, 15:53 Uhr
Athen

Das steht im Reformpaket

Die griechische Regierung hat eine Rentenreform mit schmerzhaften Einschnitten ausgearbeitet und den internationalen Geldgebern zur Genehmigung vorgelegt. Die Vorschläge stoßen aber auf stürmischen Widerstand zahlreicher Berufsklassen in Griechenland. Die Reformen sind Voraussetzung für weitere Hilfen seitens der Geldgeber und müssen nach ihrer Genehmigung durch die Gläubiger vom Parlament gebilligt werden.

Athen hat ein hartes Renten- und Steuerreformpaket vorgelegt.  Foto: dpa
Athen hat ein hartes Renten- und Steuerreformpaket vorgelegt.
Foto: dpa

Grundsätzlich sollen alle neuen Renten im Durchschnitt um 15 Prozent gekürzt werden. Anderenfalls könnten die Rentenkassen bald zusammenbrechen, warnt die griechische Regierung.

Am härtesten trifft die Rentenreform die Bauern. Bislang zahlen sie nur 7 Prozent ihres Einkommens für ihre Rentenversicherung. Dieser Beitrag soll bis 2019 stufenweise auf 20 Prozent erhöht werden. Zudem soll ihr Steuersatz stufenweise in den kommenden drei Jahren von heute 13 Prozent auf 26 Prozent ihres Einkommens angehoben werden.

Auch Freischaffende werden zur Kasse gebeten. Aus Sicht der Verbände droht Freischaffenden wie Rechtsanwälten und Ingenieuren der finanzielle Ruin. Sie sollen laut neuem Gesetz knapp 70 Prozent ihres Einkommens für die Renten- und Krankenkassenbeiträge sowie als Steuern zahlen. Bislang lag dieser Satz bei höchstens 50 Prozent. Ein Beispiel: Ein junger Rechtsanwalt oder Ingenieur, der 20 000 Euro im Jahr verdient, müsste demnach fast 14 000 Euro Steuern und Rentenbeiträge zahlen, sagen die Verbände der Freischaffenden.